Goldman Sachs sieht Potenzial für einen schnellen und deutlichen Anstieg am Aktienmarkt. Hedgefonds haben ihre Short-Positionen auf Börsenindizes auf das höchste Niveau seit September 2022 erhöht.
Falls es positive Nachrichten im Iran-Konflikt gibt, könnten diese Positionen schnell geschlossen werden. Das würde laut der Bank eine Kaufwelle auslösen, die die großen Indizes um 2 bis 3 % nach oben treiben könnte.
Hedgefonds in der Klemme
Die Situation ist ungewöhnlich. Viele Hedgefonds halten große Positionen in einzelnen Aktien und sichern gleichzeitig ihr Risiko durch Short-Positionen auf Börsenindizes und ETFs ab. Diese Short-Positionen haben das Niveau erreicht, das zuletzt im September 2022 beobachtet wurde.
Das schafft eine instabile Lage. Steigt der Markt unerwartet, erleiden ihre Shorts Verluste und sie müssen schnell kaufen, um diese Positionen zu schließen. Diese Zwangskäufe treiben die Kurse weiter nach oben, wodurch noch mehr Shorts unter Druck geraten. Es handelt sich um denselben Schneeballeffekt, den wir bereits zu Beginn der Woche bei Bitcoin beschrieben haben.
Iran als Auslöser
John Flood von Goldman Sachs sieht eine Lösung im Iran-Konflikt als wahrscheinlichsten Auslöser. Ein Waffenstillstand oder ein klares Friedenssignal könnte die Indizes in kurzer Zeit um 2 bis 3 % ansteigen lassen, allein durch das Schließen von Short-Positionen.
Der Markt hat in dieser Woche bereits gezeigt, wie schnell das gehen kann. Am Montag verzeichnete der S&P 500 einen Rückgang von bis zu 1,5 %. Nach Trumps Äußerungen über ein mögliches Kriegsende schloss derselbe Index mit einem Plus von 0,8 %. Eine Wende von über 2 % innerhalb weniger Stunden.
Unternehmen kaufen massiv eigene Aktien zurück
Bemerkenswert ist das Vertrauen der Unternehmen. Goldman Sachs berichtet, dass Firmen die jüngsten Kursrückgänge genutzt haben, um eigene Aktien zurückzukaufen. Es war eine der aktivsten Wochen für Aktienrückkäufe in den letzten drei Jahren.
Große institutionelle Investoren wie Pensionskassen und staatliche Investmentfonds bleiben hingegen abwartend. Sie warten auf mehr Klarheit in der Geopolitik, bevor sie wieder investieren. Gerade dieses Kapital an der Seitenlinie könnte die Rally verstärken, sobald das Vertrauen zurückkehrt. Je mehr Kapital wartet, desto größer die Flut, wenn der Hahn aufgedreht wird.
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