Der Goldpreis steht kurz davor, eine historische Marke zu durchbrechen. Erstmals kletterten die Futures am Dienstagmorgen auf 4.000 US-Dollar je Unze, während der Spotpreis auf 3.976 US-Dollar stieg. Die Nachfrage nach sicheren Häfen ist groß – das hat Folgen für Gold ebenso wie für Bitcoin.
Anleger flüchten in knappe Werte
Nach Einschätzung von Analysten spiegeln die hohen Goldpreise eine Flucht aus traditionellen Währungen wider, die wegen steigender Defizite, Handelspolitik und geopolitischer Spannungen unter Druck stehen. Seit Jahresbeginn ist Gold um mehr als 50 Prozent gestiegen. Damit schneidet es besser ab als Bitcoin, das im selben Zeitraum rund 33 Prozent zugelegt hat.
Dennoch erwarten Kenner, dass Bitcoin am Ende stärker profitieren wird. Henrik Andersson von Apollo Capital erklärt, dass der Rekordstand bei Gold „ein klares Signal für die Suche nach knappen Assets“ sei und dass Bitcoin von hier aus eine bessere Rendite liefern könne.
Auch Justin d’Anethan von Arctic Digital betont, dass beide Assets von denselben zugrunde liegenden Sorgen profitieren: der wachsenden US-Verschuldung, einem schwächeren Dollar und geopolitischen Risiken.
„Gold ist vertraut und im Finanzsystem verankert. Bitcoin schwankt stärker, weil es knapper ist und rund um die Uhr gehandelt wird“, sagt er.
Deutlicher Zusammenhang zwischen Gold und Bitcoin
Marktanalysten sehen einen deutlichen Zusammenhang zwischen den Kursen von Gold und Bitcoin.
Nach einigen Schätzungen folgt der Bitcoin-Kurs dem von Gold mit einer Verzögerung von rund acht Wochen.
Der Rekordkurs bei Gold könnte ein Vorbote einer neuen Aufwärtsphase für Bitcoin im vierten Quartal sein.
David Marcus, ehemaliger Topmanager bei PayPal, weist darauf hin, dass der Kurs bei etwa 1,3 Millionen US-Dollar läge, würde Bitcoin wie Gold bewertet.
„Es ist bereits der bessere Wertspeicher, und die Nutzungsmöglichkeiten für Zahlungen sind noch nicht eingepreist. Ein siebenstelliger Kurs ist nur eine Frage der Zeit“, so Marcus.
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