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Der Goldpreis steht deutlich unter Druck. Das Edelmetall fiel auf den niedrigsten Stand seit November 2025 und steuert auf den vierten Monatsverlust in Folge zu. Goldman Sachs sieht dennoch Spielraum für eine Erholung. Die US-Investmentbank erwartet, dass Gold im weiteren Jahresverlauf wieder in Richtung 4.900 Dollar je Unze steigen kann.
Der Goldpreis sank heute zeitweise auf 3.942 Dollar. Damit liegt Gold fast 30 Prozent unter dem im Januar erreichten Rekordniveau von rund 5.600 Dollar. Allein in diesem Monat steht bereits ein Minus von mehr als zwölf Prozent zu Buche.

Auch andere Edelmetalle gerieten unter Druck. Silber fiel auf etwa 57,40 Dollar. Platin und Palladium gaben ebenfalls nach. Damit steuern alle vier Edelmetalle auf ein negatives Monatsergebnis zu.
Der Druck geht vor allem auf veränderte Zinserwartungen in den USA zurück. Anleger rechnen zunehmend mit Zinserhöhungen durch die Federal Reserve. Das trifft Gold unmittelbar. Höhere Zinsen machen Anleihen und Spareinlagen attraktiver. Gold wirft selbst keine Zinsen ab und verliert in einem solchen Umfeld für Anleger an Reiz.
Hinzu kommt die anhaltende Unruhe im Nahen Osten. Sie sorgt weiter für hohe Energiepreise und zusätzlichen Inflationsdruck. Normalerweise kann geopolitische Unsicherheit Gold stützen. Derzeit richtet sich der Blick des Marktes jedoch vor allem auf das Risiko einer dauerhaft hohen Inflation. Das könnte die US-Notenbank zwingen, ihre Geldpolitik weiter zu straffen.
Auch die vorangegangene starke Rally am Goldmarkt spielt eine Rolle. Nach einem solchen Anstieg ist eine Abkühlung nicht ungewöhnlich. Deshalb reagiert der Markt derzeit weniger stark auf Faktoren, die den Goldpreis unter normalen Umständen stützen würden.
Trotz des jüngsten Kurseinbruchs bleibt Goldman Sachs für Gold optimistisch. Die US-Investmentbank erwartet, dass sich der Preis bis Ende 2026 auf 4.900 Dollar je Unze erholen kann. Vom jüngsten Tief aus entspräche das einem Anstieg von rund 25 Prozent.
Die Prognose fällt allerdings weniger optimistisch aus als zuvor. Goldman Sachs senkte das Kursziel zuletzt von 5.400 auf 4.900 Dollar. Die Bank geht nicht mehr davon aus, dass die Federal Reserve 2026 die Zinsen senkt. Nach der angepassten Einschätzung dürften die ersten Zinssenkungen erst 2027 erfolgen.
Dennoch hält die Bank an ihrem Vertrauen in Gold fest. Ausschlaggebend ist vor allem die anhaltende Nachfrage der Zentralbanken. Sie kaufen weiterhin deutlich mehr Gold als vor 2022. Damit wollen sie ihre Reserven weniger abhängig vom US-Dollar machen.
Diese strukturelle Nachfrage ist für den Markt von großer Bedeutung. Zentralbanken bauen ihre Goldreserven seit Längerem aus, gerade in einer Phase, in der die Sorgen über Inflation, Schulden und geopolitische Spannungen hoch bleiben.
Für Anleger ergibt sich damit ein bemerkenswertes Bild. Kurzfristig steht Gold wegen höherer Zinserwartungen unter Druck. Langfristig bleibt der Markt nach Einschätzung von Goldman Sachs durch Käufe der Zentralbanken gestützt. Dadurch kann sich der Goldpreis erholen, auch wenn die Marktteilnehmer derzeit deutlich vorsichtiger geworden sind.
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