Während die Angriffe auf den Iran andauern und die Spannungen im Nahen Osten steigen, scheint es hinter den Kulissen Bewegung zu geben. Laut mehreren Quellen sollen iranische Offizielle indirekt Kontakt zu den USA gesucht haben. Die Börsen reagieren darauf positiv.
Iran kontaktiert die USA über geheime Kanäle
Kurz nach Beginn der amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran sollen iranische Nachrichtendienstmitarbeiter über ein Drittland Kontakt zur Central Intelligence Agency (CIA) aufgenommen haben. Ziel war es, mögliche Bedingungen für ein Ende des Konflikts zu erörtern, wie die New York Times berichtet.
Dennoch glauben US-Vertreter derzeit nicht an einen schnellen Durchbruch. In Washington wird der Vorschlag mit Skepsis betrachtet. Israel hingegen drängt darauf, die militärische Kampagne noch mehrere Wochen fortzusetzen, um die iranische Militärkapazität weiter zu schwächen.
Auch Donald Trump ließ am Dienstag über soziale Medien verlauten, dass Verhandlungen seiner Meinung nach zu spät kämen. Damit scheint das Konflikt vorerst nicht auf eine schnelle Waffenruhe zuzusteuern.
Chaos in der iranischen Führung
Ein großes Problem für mögliche Verhandlungen ist, dass die iranische Machtstruktur durch die jüngsten Angriffe schwer getroffen wurde. Mehrere hochrangige Vertreter der Regierung und des Militärs sind getötet worden.
Darunter soll auch der oberste Führer Ali Khamenei bei einem Luftangriff ums Leben gekommen sein. Dadurch ist unklar, wer tatsächlich noch Entscheidungen im Namen der Regierung in Teheran treffen kann.
Während der Krieg andauert, steht Trump vor einer strategischen Entscheidung. Die US-Regierung überlegt bereits, was mit dem Iran passiert, wenn das derzeitige Regime geschwächt oder gestürzt wird.
Zu Beginn der Angriffe sprach Trump offen über einen möglichen Volksaufstand gegen die iranische Regierung. In einer Videobotschaft forderte er die Iraner sogar auf, ihre Regierung zu stürzen.
Inzwischen scheint sich sein Ton zu ändern. Laut Quellen in Washington denkt die Regierung nun eher an ein anderes Szenario. Dabei könnten pragmatische Figuren innerhalb des bestehenden Systems hervortreten, die bereit sind, mit den USA zu verhandeln.
Hoffnung auf Diplomatie hebt Märkte an
Auffällig ist, dass die Finanzmärkte auf jedes neue Signal des Krieges sofort reagieren. Heute Morgen lagen die US-Aktien-Futures noch etwa 1 Prozent im Minus. Nach den Nachrichten über ein mögliches Verhandlungsangebot des Iran hat sich die Stimmung sofort gedreht.
Die Futures auf den Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq zogen nach den positiven Nachrichten an, was darauf hindeutet, dass Anleger auf einen schnellen diplomatischen Ausweg aus dem Konflikt hoffen. Der Dow-Jones-Future (US30) steht nun 0,10 Prozent im Plus, der S&P-500-Future 0,19 Prozent und der Nasdaq-100-Future 0,28 Prozent.
Auch kleinere Aktien legten zu. Der Russell-2000-Future, der die Performance von kleineren US-Unternehmen abbildet, verzeichnete ein Plus von 0,49 Prozent. Zudem fiel der Ölpreis um über 3 Prozent.
Interessanterweise begann der Anstieg von Bitcoin (BTC) bereits, bevor die Nachrichten über mögliche Verhandlungen bekannt wurden. Der Kurs stieg in kurzer Zeit von etwa 67.500 Dollar auf 72.000 Dollar, ein Sprung von mehr als 6 Prozent. Damit durchbrach Bitcoin erstmals seit Wochen überzeugend die psychologische Marke von 70.000 Dollar.
Märkte bleiben wegen Blockade von Hormuz nervös
Es bleibt jedoch Unsicherheit bestehen. Solange der Krieg andauert, befürchten Anleger, dass die Energieversorgung gestört wird. Weniger Öl auf dem Weltmarkt könnte die Preise weiter in die Höhe treiben und die Inflation erneut anheizen. Das sorgt für zusätzliche Unruhe an den Märkten und setzt risikobehaftete Anlagen wie Bitcoin unter Druck.
Die US-Regierung erwägt inzwischen, militärisch einzugreifen, um die Energieflüsse durch die Straße von Hormuz zu sichern. Laut Berichten von Politico diskutiert die Regierung von Präsident Trump einen Plan, bei dem US-Marineschiffe Öl- und Gastanker durch die strategische Meerenge eskortieren.
Trump äußerte sich gestern Abend auch zur Lage. Er erklärte, dass er erwarte, dass die Ölpreise letztlich wieder sinken werden, möglicherweise sogar unter das vorherige Niveau.
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