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Das FBI hat sich in die Untersuchung des Verschwindens des 74-jährigen Naiping Hou aus Rancho Cucamonga, Kalifornien, eingeschaltet. Der Mann wird seit März 2025 vermisst.
Bei der Eröffnung der Ermittlungen zeichnete sich ein alarmierendes Bild ab: Seine Bankkonten waren geleert, jemand hatte sich wochenlang über sein Telefon als er ausgegeben, und sein Haus wurde ohne Möbel vorgefunden. Laut seiner Familie könnte der Fall mit ihrem finanziellen Erfolg in der Krypto-Branche zusammenhängen.
Der Hintergrund der Familie erschwert den Fall zusätzlich. Wen Hou, der Sohn von Naiping, ist Chief Investment Officer bei Coincident Capital, einem Investmentunternehmen, das unter anderem in Kryptowährungen aktiv ist. 2022 spendeten er und seine Frau 1,1 Millionen Dollar in digitaler Währung für die medizinische Forschung zu Herzkrankheiten. Das macht die Familie zu einem potenziellen Ziel für Kriminelle, die es auf Krypto-Vermögen abgesehen haben.
Die ersten Anzeichen traten im April 2025 auf. Wen bemerkte, dass die Nachrichten seines Vaters in der Familiengruppe anders klangen als sonst. Kurz, distanziert und in seinen Worten mechanisch. Der Kontakt wurde immer seltener, er lehnte Besuche ab und wollte seine Enkelkinder nicht mehr sehen. Völlig untypisch für einen Mann, der immer sehr familienverbunden war.
Um Naipings Geburtstag am 3. Mai herum schickte Wen ein Geschenk. Die einzige Antwort: eine kurze SMS mit „Ja, ich habe es erhalten.“ Zu diesem Zeitpunkt war er sich fast sicher. Das war nicht sein Vater.
Einen Tag später besuchten Bekannte das Haus. Vor der Haustür lag ein ungeöffnetes Paket. Im Inneren fanden sie ein weitgehend leeres Haus vor. Die Möbel waren verschwunden. Die Wände waren neu gestrichen, aber hastig und schlampig, als wollte jemand Spuren verwischen.
Was die anschließende Untersuchung ans Licht brachte, war noch besorgniserregender. Über Naipings Telefon waren mehrere verdächtige finanzielle Transaktionen durchgeführt worden. Seine Bankkonten waren bereits leergeräumt, bevor die Behörden von seinem Verschwinden erfuhren. Zudem waren online Goldbarren gekauft worden, etwas, das laut seinem Sohn unmöglich auf eigene Initiative geschehen sein kann. Sein Vater war technisch kaum versiert und hatte nie zuvor Gold gekauft.
Das FBI spricht von deutlichen Hinweisen auf ein Verbrechen. Die Kombination aus Identitätsmissbrauch, verschwundenen Besitztümern und finanziellen Transaktionen deutet auf ein geplantes und finanziell motiviertes Verschwinden hin.
Wen Hou hat eine Website eingerichtet, auf der Hinweise eingereicht werden können, und bietet 250.000 Dollar für Informationen, die zur Auffindung seines Vaters führen. Das FBI setzt die Ermittlungen fort und ruft die Öffentlichkeit auf, sich zu melden.
Nach mehr als einem Jahr ist noch immer unklar, was mit Naiping Hou geschehen ist. Der Fall passt in ein wachsendes Muster, bei dem Menschen mit Verbindungen zur Krypto-Branche Ziel von Gewalt und Erpressung werden. Anfang dieses Jahres wurde ein Investor in Frankreich entführt und Familienmitglieder von Kryptounternehmen in mehreren Ländern bedroht.
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