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Die Europäische Zentralbank (EZB) warnt, dass der Krieg im Nahen Osten eine ernsthafte Bedrohung für die finanzielle Stabilität in Europa darstellt. Laut der Zentralbank führen die zunehmenden Spannungen bei der Energieversorgung, geopolitische Unsicherheiten und schwaches Wirtschaftswachstum zu neuen Risiken auf den Finanzmärkten.
In einem neuen Bericht erklärt die EZB, dass die aktuelle Energiekrise sowohl die Inflation weiter ankurbeln als auch das Wirtschaftswachstum bremsen könnte. Insbesondere europäische Länder mit hohen Schulden und anfälligen Staatsfinanzen sind dabei besonders gefährdet.
Laut EZB-Vizepräsident Luis de Guindos stellt die Störung der Energieversorgung derzeit eines der größten Risiken für Europa dar. Höhere Energiepreise können Unternehmen und Verbraucher weiter unter Druck setzen, während die Finanzierungskosten aufgrund der hohen Zinsen hoch bleiben.
Darüber hinaus warnt die EZB, dass die Finanzmärkte möglicherweise zu optimistisch bezüglich der Auswirkungen der geopolitischen Spannungen sind. Risiken im Zusammenhang mit Staatsschulden, Wirtschaftswachstum und internationalem Handel würden derzeit unterschätzt, so die Zentralbank.
Die EZB weist darauf hin, dass die Aktienmärkte historisch gesehen noch immer relativ hoch bewertet sind, während die Kreditrisiken auf den Anleihemärkten bemerkenswert niedrig bleiben. Das macht die Märkte anfällig für plötzliche Schocks, wenn sich die Stimmung ändert.
Im Bericht warnt die EZB auch vor Verwundbarkeiten bei sogenannten nicht-bankären Finanzinstitutionen wie Investmentfonds und Akteuren auf privaten Märkten. Diese Institutionen verfügen laut der Zentralbank oft über begrenzte Liquiditätspuffer und konzentrierte Anlagen.
Bei einer breiteren Marktkorrektur kann das zu Zwangsverkäufen von Vermögenswerten führen, was die Unruhe an den Finanzmärkten weiter verstärkt. Besonders die starke Verflechtung zwischen den amerikanischen und europäischen Finanzmärkten bereitet der EZB Sorgen.
Trotz der zunehmenden Unsicherheit stellt die EZB fest, dass europäische Banken derzeit relativ stark dastehen. Die Banken verfügen über solide Kapitalpuffer und profitieren nach wie vor von höheren Zinserträgen.
Dennoch bestehen Risiken. Eine langanhaltende wirtschaftliche Erschütterung durch den Krieg im Nahen Osten könnte laut EZB dennoch zu einer Verschlechterung der Kreditqualität führen, insbesondere bei Unternehmen, die empfindlich auf hohe Energiepreise, Handelsspannungen und steigende Zinsen reagieren.
Zudem könnten Haushalte indirekt durch steigende Lebenshaltungskosten und einen schwächeren Arbeitsmarkt betroffen werden.
Die Zentralbank fordert europäische Aufsichtsbehörden auf, bestehende Sicherheitsreserven für Banken aufrechtzuerhalten. Zudem plädiert die EZB für strengere Überwachung der Risiken im nicht-bankären Finanzsektor.
Laut der Zentralbank bleibt die Stärkung der europäischen finanziellen Widerstandsfähigkeit entscheidend, da die geopolitischen Spannungen weltweit zunehmen.
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