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Christine Lagarde, die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), schlägt eindringlich Alarm. In einem Interview in der Pat Kenny Show betonte sie, wie wichtig es sei, dass die Europäische Union ein eigenes europäisches digitales Zahlungssystem entwickelt. Und das ist keine leere Forderung: Laut Lagarde ist es an der Zeit, dass Europa sich von seiner Abhängigkeit von amerikanischen und chinesischen Zahlungsriesen wie Visa, Mastercard, PayPal und Alipay löst.
Seit dem Aufstieg von Donald Trump ist in Europa ein deutlicher Wandel spürbar. Wir können uns nicht länger blind auf unsere amerikanischen Verbündeten verlassen – weder in Fragen der militärischen Sicherheit noch bei essenziellen Rohstoffen wie Gas. Das Bewusstsein wächst: Europa muss eigenständiger werden und seine strategischen Abhängigkeiten abbauen.
Laut Lagarde steht dabei viel auf dem Spiel. Ohne eine unabhängige Zahlungsplattform bleibt die EU anfällig für geopolitischen und wirtschaftlichen Druck von außen. Ein eigenes System – eine „europäische Lösung“, wie sie es nennt – würde der finanziellen Autonomie der EU einen kräftigen Schub verleihen. Das fügt sich nahtlos in die übergeordneten Ziele der Capital Markets Union (CMU) ein, die eine einheitliche und integrierte europäische Kapitalmarktstruktur anstrebt.
Die Vorteile einer solchen digitalen Infrastruktur wären immens. Lagarde schätzt, dass die Umsetzung eines integrierten Kapitalmarkts einen jährlichen wirtschaftlichen Mehrwert von bis zu 3 Billionen Euro bringen könnte. Eine engere steuerpolitische Zusammenarbeit – die sie ebenfalls fordert – könnte das EU-BIP bis 2032 um weitere 2,8 Billionen Euro steigern. Damit würde der Druck auf die Geldpolitik sinken und der Weg zu einer künftigen Fiskalunion geebnet.
Gleichzeitig arbeitet die EZB mit Hochdruck an den Vorbereitungen für den digitalen Euro. Laut Lagarde ist das Ziel klar: Bis Oktober 2025 sollen alle Vorbereitungen abgeschlossen sein. Diese digitale Währung soll nicht einfach nur ein neues Zahlungsmittel werden, sondern könnte zur tragenden Säule eines europäischen digitalen Zahlungssystems avancieren. Ein ambitionierter Plan – zweifellos –, aber auch ein notwendiger Schritt, wenn Europa in der digitalen Wirtschaft der Zukunft mithalten will.
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