Die europäischen Börsen dürften am Dienstag schwächer eröffnen, da die Hoffnung auf einen raschen Friedensschluss zwischen den USA und Iran schwindet. Die Futures deuten auf einen negativen Start hin. Der britische FTSE 100 wird 0,5 Prozent niedriger erwartet, der deutsche DAX 0,76 Prozent, der französische CAC 40 0,4 Prozent, der niederländische AEX 0,19 Prozent und der italienische FTSE MIB 0,56 Prozent.
Die Stimmung kippte, nachdem Donald Trump am Montagabend erklärte, dass der Waffenstillstand mit Iran „an einem seidenen Faden hängt“.
Ölpreise ziehen erneut an
Trumps Äußerungen dämpften die Hoffnung auf eine schnelle Deeskalation. Die Ölpreise stiegen, da Anleger erneut mit anhaltenden Spannungen um Iran und die Straße von Hormus rechnen.
Für Europa stellt dies eine zusätzliche Belastung dar. Höhere Energiepreise treffen Verbraucher, Unternehmen und Zentralbanken. Bleiben die Ölpreise hoch, könnte die Inflation erneut steigen, was es der Europäischen Zentralbank erschweren würde, die Zinsen zu senken.
Damit bleibt die Geopolitik ein wesentlicher Faktor, der die Risikobereitschaft bremst. In Asien war das Bild in der Nacht gemischt, während sich die US-Futures um die Nulllinie bewegten.
US-Inflationszahlen heute im Fokus
Investoren blicken heute auch auf die US-Inflationsdaten für April. Ökonomen erwarten, dass die Jahresinflation auf 3,7 Prozent gestiegen ist.
Diese Zahl könnte erheblichen Einfluss auf die Zinserwartungen haben. Eine höhere als erwartete Inflationsrate würde den Druck auf die Federal Reserve erhöhen, die Zinsen länger hoch zu halten, was Aktien weiter belasten könnte.
Politische Krise im Vereinigten Königreich
Neben Iran sorgt auch die politische Unruhe im Vereinigten Königreich für Aufmerksamkeit. Mehr als 70 Labour-Abgeordnete, darunter Minister, haben Premierminister Keir Starmer aufgefordert, zurückzutreten oder ein Abtrittsdatum zu nennen.
Der Druck folgt auf schlechte Ergebnisse bei den Kommunalwahlen für Labour. Starmer übernahm am Montag die Verantwortung für die Niederlage und räumte ein, dass es Zweifel an seiner Führung gibt, konnte jedoch nicht alle überzeugen.
Unternehmenszahlen und Makrodaten
Auch Unternehmenszahlen bleiben von Bedeutung. Siemens Energy, Bayer, Vodafone, Imperial Brands und Uniper veröffentlichen am Dienstag ihre Ergebnisse.
Zudem werden deutsche Inflationszahlen und Daten zum Wirtschaftssentiment in der Europäischen Union erwartet. Besonders die Kombination aus Energiepreisen, Inflation und geopolitischer Unsicherheit bleibt entscheidend für die Marktrichtung.
Londoner Börse plant Nachthandel wegen Konkurrenz durch Kryptobörsen
Die London Stock Exchange will ab 2027 auch außerhalb der regulären Handelszeiten Handel ermöglichen und reagiert damit auf den Wettbewerb durch Kryptoangebote und Tokenisierung
Huthi drohen mit Angriffen auf Schiffe zu saudischen Häfen – Ölpreis steigt
Die Huthi warnen Reedereien davor, saudische Häfen anzulaufen. Damit gerät auch die Ausweichroute über das Rote Meer unter Druck.
Chipaktien erholen sich, doch drei Risiken belasten den Markt
Chipwerte erholen sich heute, doch die Risiken bleiben erheblich. Handelt es sich um eine technische Erholung oder ist die Hausse zurück?
Meist gelesen
Kryptoexperte: In 24 Tagen gibt es neue XRP-Millionäre
XRP-Anleger hoffen auf den Durchbruch, weil der US-Senat den Crypto Clarity Act womöglich schon bald auf die Tagesordnung setzt.
Ripple erwog Auflösung und Ausschüttung von Milliarden XRP an Anteilseigner
Nach der SEC-Klage im Jahr 2020 prüfte Ripple nach Angaben von CEO Garlinghouse die Einstellung des Betriebs und eine Ausschüttung der eigenen XRP-Bestände an die Anteilseigner.
Krypto-Anleger prognostizieren XRP-Kurs zum 1. August 2026
Polymarket-Händler sehen für XRP Anfang August eine Wahrscheinlichkeit von 43 Prozent für 1,20 Dollar und von 34 Prozent für einen Kurs unter 1 Dollar.
