Die europäischen Börsen notieren am Dienstag deutlich im Minus. Bis zum Mittag erhöhten sich die Verluste rasch infolge des eskalierenden Krieges im Nahen Osten und steigender Energiepreise.

Anleger befürchten, dass die Inflation wieder anziehen könnte, obwohl die Zentralbanken versucht haben, den Preisdruck einzudämmen. Auch der Kryptomarkt, einschließlich des Bitcoin-Kurses, steht unter Druck.

Europäische Börsen tief im Minus

Der breite Stoxx Europe 600 verliert mehr als drei Prozent. Der deutsche DAX fällt um über vier Prozent, auch der französische CAC 40 und der britische FTSE 100 verlieren rund drei Prozent. In Mailand steigen die Verluste sogar auf fast fünf Prozent.

Die Unruhe folgt auf neue Angriffe im Nahen Osten. Die Vereinigten Staaten forderten Amerikaner auf, die Region zu verlassen. Israel führte Angriffe auf Ziele in Teheran und Beirut durch. Iran soll im Gegenzug die US-Botschaft in Saudi-Arabien angegriffen haben. Präsident Donald Trump erklärte, dass die militärischen Aktionen gegen Iran Wochen dauern könnten.

Gleichzeitig hat Iran die Straße von Hormuz blockiert. Diese ist eine entscheidende Passage für einen großen Teil des weltweiten Öl-Exports. Der Ölpreis stieg auf über 82 Dollar pro Barrel, ein Anstieg von etwa sechs Prozent im Vergleich zum Vortag.

Vor allem Europa ist anfällig für steigende Energiepreise. Höhere Öl- und Gaspreise wirken sich direkt auf Transport, Produktion und letztlich auf die Preise aus, die Verbraucher zahlen.

Inflation in der Eurozone steigt unerwartet

Die Sorgen über die Inflation wurden durch neue Zahlen aus der Eurozone verstärkt. Die Inflationsrate stieg im Februar von 1,7 auf 1,9 Prozent. Die Kerninflation, die Energie und Lebensmittel nicht berücksichtigt, erhöhte sich auf 2,4 Prozent.

Laut Philip Lane, Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, könnte ein langwieriger Konflikt die Inflation weiter anheizen und das Wirtschaftswachstum bremsen. „Ein Anstieg der Energiepreise treibt die Inflation kurzfristig an, und ein solcher Konflikt wäre negativ für die wirtschaftliche Aktivität“, sagte er in einem Interview mit der Financial Times.

Die Europäische Zentralbank beobachtet die Situation eigenen Angaben zufolge genau. Anleger befürchten, dass Zinssenkungen dadurch länger auf sich warten lassen könnten.

Banken, Versicherer und Kryptowährungen unter Druck

Vor allem Bankaktien und Versicherer sind stark betroffen. Europäische Banken wie die Deutsche Bank, BNP Paribas, ING und UniCredit verlieren im Durchschnitt rund fünf Prozent. Versicherer fallen deutlich, da Bedenken über steigende Schadensansprüche bei weiterer Eskalation des Konflikts bestehen.

Auffällig ist, dass selbst Energieunternehmen nicht von den höheren Ölpreisen profitieren. Shell und TotalEnergies bewegen sich kaum nach oben. Nur BP bleibt leicht im Plus.

Auch der Kryptomarkt zeigt rote Zahlen. Der Bitcoin (BTC) Kurs fällt mit der Verschlechterung des Marktsentiments. Anleger suchen Sicherheit in Bargeld und Staatsanleihen. Gold und Silber verlieren ebenfalls an Wert, während der Euro in Richtung 1,16 Dollar sinkt.

Futures an der Wall Street deuten zudem auf eine deutlich niedrigere Eröffnung in den Vereinigten Staaten hin. Damit scheint sich die Verkaufslawine weiter auszubreiten, während sich die Märkte auf eine unsichere Phase einstellen, in der Geopolitik und Inflation erneut den Ton angeben.

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