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In einer koordinierten Aktion haben europäische Ermittlungsbehörden Ende Oktober neun Personen festgenommen, die im Verdacht stehen, an einem groß angelegten Krypto-Betrugsnetzwerk beteiligt zu sein. Das Netzwerk soll über Dutzende Scheinplattformen und Online-Kampagnen Hunderte Millionen Euro an Kryptowerten gewaschen haben.
Die Festnahmen fanden am 27. und 29. Oktober in Zypern, Spanien und Deutschland statt und sind Teil einer koordinierten Aktion unter Leitung von Eurojust, der EU-Agentur für justizielle Zusammenarbeit. Unterstützt wurde die Operation von Behörden aus Frankreich und Belgien.
Nach Angaben von Eurojust richtete das Netzwerk Dutzende betrügerische Krypto-Investment-Websites und -Plattformen ein. Opfer wurden über soziale Medien, Cold Calls, Fake News und gefälschte Anzeigen mit Influencern angesprochen. Es wurden hohe Renditen versprochen, doch sobald die Opfer ihre Kryptowährungen überwiesen, wurden die Gelder über verschiedene Blockchain-Kanäle gewaschen. Von ihrem Einsatz sahen die Opfer natürlich keinen Cent wieder.
Alles in allem wusch das kriminelle Netzwerk rund 600 Millionen Euro an Geldern. Bei der Aktion beschlagnahmten die Behörden rund 800.000 Euro an Bankguthaben, mehr als 400.000 Euro in Krypto und 300.000 Euro in bar. Von den 600 Millionen Euro gewaschener Mittel wurde also nur ein sehr kleiner Teil sichergestellt.
Die Operation folgt auf eine Warnung von Burkhard Mühl, Leiter des Financial and Economic Crime Centre von Europol, der erklärte, dass der Einsatz von Krypto durch Kriminelle „immer ausgefeilter“ werde. Daten von Chainalysis zeigen, dass sich kryptobezogener Betrug im Jahr 2024 insgesamt auf 12,4 Milliarden US-Dollar belief.
Eurojust bestätigt einen Anstieg der gemeldeten Fälle, betont jedoch, dass es keinen vollständigen Überblick hat. Grund ist, dass die EU-Mitgliedstaaten nicht verpflichtet sind, Fälle einzeln zu melden. Nach Angaben von TRM Labs wird der Großteil dieser illegalen Einnahmen durch betrügerische Anlageprogramme generiert.
Policy Director Ari Redbord erläutert: „Seit 2023 wurden mehr als 53 Milliarden US-Dollar an kryptobezogenen Scams und Betrug aufgedeckt. Diese Zahl ist so gut wie sicher eine Untergrenze.“ Zudem meldet nur ein Bruchteil der Opfer ihren Verlust tatsächlich, was auf einen deutlich höheren tatsächlichen Schaden hindeutet.
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