Die Finanzmärkte zeigen wieder ein Plus. Die Aktien in Asien begannen stark, Europa legt zu, US-Futures notieren höher und auch Bitcoin (BTC) profitiert von der besseren Stimmung.
Zugleich fällt Brent-Öl wieder unter die 100-Dollar-Marke, während der Dollar schwächer wird. Auf den ersten Blick scheint der Markt erleichtert über Berichte zu einem möglichen 15-Punkte-Plan für Frieden mit Iran.
Doch ist dieser Optimismus nicht verfrüht?
Erleichterung ist noch keine Überzeugung
Das scheint derzeit der Kern der Lage zu sein. Der Markt reagiert positiv auf die Hoffnung, dass die Spannungen im Nahen Osten nachlassen und die Straße von Hormus wieder besser passierbar wird. Doch fehlt noch immer die harte Bestätigung.
Washington setzt sichtbar auf Diplomatie, aber Iran bestreitet weiterhin ernsthafte Verhandlungen. Daher wirkt die aktuelle Erholung vor allem wie eine Erleichterungsrally: Anleger atmen auf, wissen aber noch nicht, ob das Schlimmste wirklich überstanden ist.
Von Inflationspanik zu Wachstumsängsten
Die wichtigste Verschiebung auf den Märkten ist, dass Anleger weniger auf Inflation fixiert sind und mehr auf wirtschaftliche Schäden achten.
Das funktioniert folgendermaßen:
- Als die Ölpreise stark stiegen, drehte sich alles um Inflation: Höhere Energiepreise bedeuteten mehr Preisdruck, weniger Spielraum für Zentralbanken und höhere Zinsen.
- Jetzt, da Öl zurückfällt, lässt die akute Inflationsangst etwas nach: Dadurch erhalten risikobehaftete Anlagen wie Bitcoin vorübergehend Auftrieb.
- Doch die wirtschaftlichen Schäden bleiben sichtbar: Aktuelle Einkaufsmanagerindizes für die USA, die Eurozone und das Vereinigte Königreich weisen bereits auf schwächere Aktivität hin.
- Das macht die Erholung anfällig: Auch wenn der Krieg nicht weiter eskaliert, verschwinden höhere Kosten und schwächeres Sentiment nicht sofort.
Warum das für Bitcoin wichtig ist
Für den Bitcoin-Kurs ist dies eine schwierige Mischung. Ein sinkender Ölpreis und ein schwacher Dollar sind normalerweise günstig für risikoreiche Anlagen. Das unterstützt die kurzfristige Erholung.
Gleichzeitig bleibt Bitcoin letztlich auch auf eine breitere Risikobereitschaft angewiesen. Sollten Anleger zu dem Schluss kommen, dass der Krieg zwar weniger Inflationsgefahr birgt, aber bereits Wachstumsverluste verursacht hat, könnte das dennoch problematisch sein.
Die vorläufige Schlussfolgerung ist also recht eindeutig. Der Markt bekommt etwas Luft, was Bitcoin hilft. Aber solange Verhandlungen nicht hart bestätigt sind und die Straße von Hormus nicht nachweislich normal funktioniert, bleibt das Risiko bestehen, dass diese Erholung nur vorübergehend ist.
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