Das amerikanische Unternehmen Hut 8, das ursprünglich vor allem als Bitcoin (BTC)-Miner bekannt wurde, schlägt einen neuen Kurs ein. Mit einer auffälligen Strategie möchte das Unternehmen auf die rasch wachsende Nachfrage nach Rechenleistung im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) reagieren. Dabei setzt es auf eine flexible Herangehensweise, um problemlos zwischen Krypto und KI wechseln zu können.
Hut 8 wandelt sich vom Bitcoin-Miner zum Energieunternehmen
Hut 8 baut seine Datenzentren nach einem Konzept auf, das dem von „LEGO-Steinen“ ähnelt. Das erklärte Finanzchef Sean Glennan während eines kürzlichen Fireside-Chats.
Diese Komponenten sind so konzipiert, dass sie leicht angepasst oder ersetzt werden können. Dadurch kann das Unternehmen schnell zwischen verschiedenen Anwendungen wechseln.
Diese Anwendungen sind vor allem zweigleisig. Einerseits bleibt Bitcoin-Mining eine wichtige Einnahmequelle. Andererseits wächst die Nachfrage nach künstlicher Intelligenz und hoher Rechenleistung für Datenanalysen. Diese Chance will Hut 8 nicht verpassen.
In der Praxis bedeutet das, dass ein zunächst ausschließlich für Bitcoin-Mining genutztes Datenzentrum später auch für KI-Training eingesetzt werden kann. Ein Beispiel dafür ist der Vega-Standort des Unternehmens in Texas, der inzwischen beide Funktionen unterstützt.
Energie entscheidet über den Kapitalfluss
Hut 8 betont, dass jetzt alles von der Energie abhängt. Glennan bezeichnet Elektrizität sogar als knappes und wertvolles Gut. „Das Elektron ist ein entscheidendes und knappes Gut“, sagt er. „Wir leiten es zu der Anwendung, die in dem Moment am meisten einbringt.“
Das bedeutet, dass Hut 8 kontinuierlich prüft, wo der höchste Ertrag zu erzielen ist. Ist es Bitcoin-Mining, fließt die Energie dorthin. Erweist sich KI in diesem Moment als lukrativer, wird die Kapazität entsprechend umgelenkt.
Auf diese Weise versucht das Unternehmen, besser mit Marktveränderungen umzugehen. Sowohl der Kryptomarkt als auch der KI-Sektor entwickeln sich schnell, und Hut 8 möchte darauf unmittelbar reagieren können.
Auch bei BTC-Minern beobachten wir einen breiteren Trend. KI erfordert enorme Mengen an Strom und Rechenleistung, genau das, was Miner bereits besitzen. Bitcoin-Miner Core Scientific gab Anfang dieses Monats bekannt, dass es bis zu 1 Milliarde Dollar aufgebracht hat, um seine KI-Aktivitäten zu erweitern und in einigen Jahren vollständig aus dem Bitcoin-Mining auszusteigen.
Unterdessen steht der Bitcoin-Kurs seit Oktober unter Druck, was zu weniger Einnahmen für Miner führt. Der Preis liegt derzeit bei etwa 70.000 Dollar, während das Allzeithoch im Oktober über 126.000 Dollar betrug.
Große Projekte müssen sich noch bewähren
Trotzdem ist die Strategie nicht ohne Risiko. Hut 8 hat eine umfangreiche Projektpipeline, die ungefähr zehn Gigawatt Kapazität umfasst. Diese Projekte generieren jedoch erst Einnahmen, wenn sie tatsächlich in Betrieb sind.
Besonders das große River Bend-Projekt ist entscheidend. Dort wird derzeit Kapazität aufgebaut, aber der Schritt zu echten Einnahmen steht noch aus.
Das Unternehmen sagt deshalb, dass es vorsichtig vorgeht. Neue Projekte werden erst dann umgesetzt, wenn bereits Nachfrage besteht und die Finanzierung gesichert ist. So versucht Hut 8 zu vermeiden, ohne Sicherheit zu investieren.
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