Bitcoin (BTC) Mining-Riese Core Scientific sichert sich bis zu 1 Milliarde US-Dollar Finanzierung, um den Umstieg auf Künstliche Intelligenz (KI) zu beschleunigen. Die US-Investmentbank Morgan Stanley ermöglicht dem Unternehmen zunächst, 500 Millionen Dollar zu leihen, mit der Option, diesen Betrag später zu verdoppeln.
Die Nachricht unterstreicht einen klaren Trend: Immer mehr Bitcoin-Miner suchen ihre Zukunft jenseits des BTC-Minings und konzentrieren sich auf den stark wachsenden KI-Markt.
Core Scientific setzt verstärkt auf KI statt Bitcoin-Mining
Core Scientific plant, seine Infrastruktur verstärkt für sogenannte High-Density-Colocation zu nutzen. Das bedeutet, das Unternehmen baut und vermietet Rechenzentren an Technologieunternehmen, die immense Rechenleistung benötigen, etwa für KI.
CEO Adam Sullivan erklärt in der Pressemitteilung, dass die neue Finanzierung dem Unternehmen ermöglicht, schneller zu expandieren:
„Mit dieser zusätzlichen Finanzierungskapazität können wir entschlossen handeln, indem wir Kapital einsetzen, um Projekte schneller in Betrieb zu nehmen und so ein noch attraktiverer Infrastrukturanbieter für unsere Kunden zu werden.“
Der Kredit hat eine Laufzeit von 364 Tagen und dient laut Core Scientific als finanzielle Absicherung, während das Unternehmen seine Strategie weiter umsetzt.
Sullivan hat zuvor erklärt, dass das Unternehmen innerhalb von drei Jahren vollständig aus dem Bitcoin-Mining aussteigen und seine gesamte verfügbare Energie für KI-Dienste nutzen möchte.
KI zieht immer mehr Miner an
Bitfarms hat kürzlich ebenfalls eine radikale Neuausrichtung angekündigt, um seine Rechenleistung für KI-Infrastruktur statt für Bitcoin einzusetzen. Auch andere Unternehmen vollziehen teilweise diesen Wandel.
So hat MARA Holdings kürzlich eine strategische Kursänderung bekannt gegeben. Das Unternehmen hat zusammen mit Starwood Digital Ventures ein Joint Venture gestartet, um Rechenzentren für KI und rechenintensive Prozesse zu bauen.
Auch Hut 8 nimmt diese Branche ins Visier und arbeitet an einem Leasingvertrag über 7 Milliarden Dollar für ein großes KI-Rechenzentrum.
Der Grund liegt teilweise in den schwierigen Marktbedingungen. Aufgrund des relativ schwachen Bitcoin-Kurses sind die Produktionskosten für einige Miner mittlerweile höher als der Marktpreis. Wenn die Kosten die Einnahmen übersteigen, ist der Betrieb nicht mehr rentabel. KI-Dienste bieten in diesem Szenario oft stabilere Einnahmen.
Trotzdem wählt nicht jedes Unternehmen denselben Weg. American Bitcoin, das von den Söhnen des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump geführt wird, hat seine Mining-Aktivitäten hingegen ausgebaut.
Bereits 1.900 BTC verkauft
Core Scientific befindet sich derzeit noch mitten in der Übergangsphase. Das Unternehmen betreibt sieben Rechenzentren in den USA und erzielt weiterhin den Großteil seines Umsatzes mit Bitcoin-Mining.
Im vierten Quartal erzielte dieser Geschäftsbereich 41 Millionen Dollar Umsatz, während 31 Millionen Dollar aus Colocation stammten.
Unterdessen wird der Bitcoin-Bestand schrittweise abgebaut, um den Übergang zu finanzieren. Im vergangenen Monat verkaufte das Unternehmen 1.900 Bitcoin für 175 Millionen Dollar, wodurch weniger als 1.000 BTC in der Bilanz verblieben.
Die Anleger scheinen den Plan zumindest vorläufig zu unterstützen. Die Aktie von Core Scientific stieg im vergangenen Jahr um 61 Prozent, obwohl sie am Freitag leicht auf 15,50 Dollar fiel.
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