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eBay hat ein Übernahmeangebot in Höhe von 56 Milliarden Dollar von GameStop-Chef Ryan Cohen abgelehnt. In einem Schreiben an die Aktionäre bezeichnete Vorstandsvorsitzender Paul Pressler das unaufgeforderte Angebot als „nicht glaubwürdig und unattraktiv“. GameStop hat sich noch nicht zu der Ablehnung geäußert.
Die Ablehnung könnte in einen sogenannten Proxy-Kampf münden, bei dem Cohen versuchen könnte, genügend Unterstützung von Aktionären zu gewinnen, um den aktuellen eBay-Vorstand durch Mitglieder zu ersetzen, die für einen Deal offen sind. In solch einem Kampf stimmen die Aktionäre während einer Versammlung über die Zusammensetzung des Vorstands ab.
GameStop bot letzte Woche 125 Dollar pro Aktie für eBay. Die Hälfte des Angebots sollte in bar bezahlt werden, während der Rest aus GameStop-Aktien bestehen würde. Damit lag das Angebot ungefähr 20 Prozent über dem Schlusskurs von eBay vom Freitag zuvor.
Dennoch wirft der Plan viele Fragen an der Wall Street auf. GameStop hat derzeit einen Börsenwert von etwa 10 Milliarden Dollar, weniger als ein Viertel der eBay-Wert. Um die Übernahme zu ermöglichen, will das Unternehmen Berichten zufolge 20 Milliarden Dollar aufnehmen.
Cohen behauptet, innerhalb von zwölf Monaten nach Abschluss des Deals 2 Milliarden Dollar an Kosten einsparen zu können. Er kritisierte dabei auch das Marketing von eBay-Chef Jamie Iannone, das seiner Meinung nach zu verschwenderisch sei.
Investoren bleiben jedoch skeptisch. Cohen hat bislang nicht genau erklärt, wie er die Milliardenübernahme finanzieren will.
eBay ist in seiner Größe erheblich größer als GameStop. Die Online-Marktplatz zählt weltweit etwa 136 Millionen aktive Nutzer, die jährlich rund 80 Milliarden Dollar über die Plattform ausgeben. Im Jahr 2025 erzielte eBay einen Umsatz von 11,6 Milliarden Dollar, überwiegend aus Verkaufsprovisionen. Zusätzlich erwirtschaftet das Unternehmen Einnahmen durch Werbung und Zahlungsabwicklung.
GameStop hingegen ist weiterhin stark auf stationäre Geschäfte angewiesen. Der Einzelhändler betreibt etwa 2.200 Filialen in den USA, Frankreich und Australien, nachdem letztes Jahr 227 Geschäfte geschlossen wurden. In den zwölf Monaten bis zum 31. Januar erzielte GameStop einen Umsatz von 3,6 Milliarden Dollar, hauptsächlich aus dem Verkauf von Spielen, Konsolen und Sammlerstücken.
Laut Cohen kann GameStop sein Netz aus US-Geschäften nutzen, um die eBay-Plattform zu stärken. So könnten die Filialen genutzt werden, um Sammlerstücke, die über eBay verkauft werden, auf Echtheit zu prüfen.
Er sieht zudem eine Rolle für die Geschäfte als logistische Hubs und Versandpunkte für auf der Plattform gehandelte Produkte. Damit will Cohen die physische Präsenz von GameStop mit dem großen Online-Marktplatz von eBay kombinieren.
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