Es sieht so aus, als ob morgen die nächste Zinssenkung in den Vereinigten Staaten bevorsteht. Die Zinsen dort sind immer noch relativ hoch im Vergleich zu Europa, aber das könnte sich im nächsten Jahr ändern. Donald Trump ist sehr klar darüber, was er von dem Nachfolger des Fed-Vorsitzenden erwartet: Die Zinsen müssen gesenkt werden.
Trump: Neuer Fed-Chef soll sofort Zinsen senken
Der US-Präsident lässt daran keinen Zweifel: Der nächste Vorsitzende der Federal Reserve (der Zentralbank) muss sofort die Zinsen senken. In einem Interview mit Politico sagt er, dass dies eine entscheidende Bedingung für seine Wahl ist. Auf die Frage, ob er erwartet, dass der neue Fed-Chef sofort handelt, antwortet Trump kurz und bündig: „Ja.“
Zinssenkungen sind im Allgemeinen vorteilhaft für Kryptowährungen. Sie bewirken, dass Kredite günstiger werden, was zu mehr Liquidität auf dem Markt führt. Dieses zusätzliche Kapital sucht dann nach Rendite und fließt oft in risikoreichere Anlagen wie Kryptowährungen.
Ein Name sticht für einen Nachfolger hervor: Kevin Hassett. Er war früher wirtschaftspolitischer Berater des Weißen Hauses. Zudem hat Hassett enge Verbindungen zur Kryptobranche, unter anderem über die Digital Asset Market Working Group und seine Investition von einer Million US-Dollar in Coinbase.
Seine Ernennung könnte die Fed möglicherweise näher an die Interessen des Kryptomarktes bringen und entspricht Trumps Wunsch nach schnellen Zinssenkungen. Hassett hat sich nämlich auch schon mehrfach für Zinssenkungen ausgesprochen.
Die Amtszeit von Jerome Powell als Vorsitzender der Federal Reserve endet genau im Mai 2026. Trump hat ihn wiederholt kritisiert, vor allem, weil die Zinsen seiner Meinung nach zu lange zu hoch geblieben sind.
Ironischerweise sind diese hohen Zinsen teilweise das Ergebnis von Trumps eigener Politik. Powell hat früher angemerkt, dass die Zinsen wahrscheinlich niedriger gewesen wären, wenn Trump keine hohen Importzölle eingeführt hätte. Bemerkenswert ist, dass Powell 2018 von Trump selbst ernannt wurde. Zunächst lobte der damalige Präsident dessen Politik noch.
Trumps Lob beruht teilweise darauf, dass Powell ab 2019 mit Zinssenkungen begann: Innerhalb von zwei Jahren sank der Satz von 2,5 auf 0,25 Prozent. Danach folgten bewegte Jahre mit der Corona-Pandemie. Powell führte damals kräftige Unterstützungsmaßnahmen ein, gefolgt von aggressiven Zinserhöhungen zur Eindämmung der Inflation. Der Zinssatz stieg schließlich auf 5,5 Prozent und verharrte dort etwas mehr als ein Jahr, bevor die erste Senkung eingeleitet wurde.
Heute und morgen findet die zweitägige FOMC-Sitzung statt. Morgen um 20:00 Uhr wird der Zinsentscheid bekannt gegeben und um 20:30 Uhr wird Powell die Politik auf einer Pressekonferenz erläutern. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung ist äußerst hoch: Derzeit wird sie vom Terminmarkt auf 89,6 Prozent geschätzt.
Geopolitische Warnungen und scharfe Kritik an Europa
Im Interview ging Trump über die Zinsen hinaus. Er äußerte auch scharfe Kritik an Europa, das er als „verfallen“ und „schwach“ bezeichnete. Seiner Meinung nach sind die europäischen Führer zu politisch korrekt und ihnen fehlt es an Tatkraft. Über den Krieg in der Ukraine ist er pessimistisch: Er meint, Präsident Selenskyj müsse anerkennen, dass die Ukraine nicht alles behalten kann, und fordert zu einem Abkommen mit Russland auf.
Auch über Venezuela hielt er sich nicht zurück. Trumps Meinung nach sind die Tage von Nicolás Maduro gezählt. Er schließt sogar amerikanische Bodentruppen in dem lateinamerikanischen Land nicht aus.
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