Hunderttausende private Gespräche mit Grok, dem Chatbot von Elon Musks AI-Unternehmen xAI, sind plötzlich öffentlich über Google auffindbar. Es handelt sich um mehr als 370.000 Chats, von denen die Benutzer dachten, sie würden sie nur mit einem ausgewählten Publikum teilen. In Wirklichkeit wurden die Gespräche von Suchmaschinen indexiert und waren dadurch für jeden zugänglich.
Wie kamen die Gespräche online?
Wer in Grok auf den Button „teilen“ klickt, erhält einen einzigartigen Link, um ein Gespräch beispielsweise per E-Mail oder SMS zu versenden. Was die Benutzer nicht erfuhren: Derselbe Link wurde auch auf der Website von Grok veröffentlicht und von Google, Bing und DuckDuckGo indexiert. Dadurch sind die Gespräche mit einer Suchanfrage auffindbar.
Laut Forbes enthalten die geteilten Chats nicht nur harmlose Fragen oder Texte, sondern auch sehr sensible Daten. So wurden medizinische und psychologische Fragen, persönliche Details, Passwörter und sogar Dateien wie Tabellenkalkulationen und Dokumente gefunden. Es wurden auch Gespräche entdeckt, in denen Grok Anleitungen zum Herstellen von Drogen, Malware und Waffen gab.
Datenschutzrisiken und Täuschung
Benutzer waren sich oft nicht bewusst, dass ihre geteilten Chats öffentlich auffindbar sein würden. Der britische Journalist Andrew Clifford berichtete, dass er Grok nutzte, um Zeitungsschlagzeilen zusammenzufassen und Tweets zu schreiben, und überrascht war, als er seine eigenen Gespräche in Google wiederfand. Auch Wissenschaftler und Forscher wurden von der automatischen Veröffentlichung überrascht.
Es ist nicht das erste Mal, dass dies passiert. Früher in diesem Jahr erhielt auch ChatGPT Kritik, als Gespräche über eine Opt-in-Funktion in Google landeten. Nach heftigen Reaktionen wurde diese Option entfernt. Elon Musk, der scharf gegen OpenAI vorging, jubelte damals noch, dass Grok dieses Problem nicht haben würde. Nun zeigt sich, dass xAI mit genau demselben Datenschutzproblem zu kämpfen hat, jedoch ohne Opt-in.
Reaktionen und Folgen
xAI hat bisher nicht auf Fragen von Forbes und Mashable reagiert. Google betonte, dass Website-Betreiber selbst entscheiden, ob ihre Seiten indexiert werden. Unterdessen sehen Opportunisten bereits Möglichkeiten: Marketingunternehmen experimentieren mit dem bewussten Teilen von Grok-Chats, um ihre Suchergebnisse in Google zu verbessern.
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