Die Kryptobranche wurde durch einen massiven Cyberangriff erschüttert, bei dem die Kryptobörse Bybit am 21. Februar 2025 mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar verlor. Laut dem Blockchain-Analyseunternehmen Chainalysis steckt hinter diesem Angriff die berüchtigte nordkoreanische Hackergruppe Lazarus. Die Gruppe bereitete sich monatelang auf den nun größten Kryptohack der Geschichte vor.
Geopolitische Ursachen hinter Ruhephase nordkoreanischer Hacker
Bemerkenswert ist, dass nordkoreanische Hacker ihre Aktivitäten seit Juli 2024 deutlich reduziert hatten. Eric Jardine, Leiter der Cybercrime-Forschung bei Chainalysis, vermutet, dass dieser Rückgang mit geopolitischen Entwicklungen zusammenhängt, etwa einem Gipfeltreffen zwischen Russland und Nordkorea. Während dieses Treffens wurden möglicherweise Absprachen über eine Umverteilung nordkoreanischer Ressourcen getroffen, darunter auch militärisches Personal, das im Ukrainekrieg eingesetzt wurde.
Jardine zufolge hätten die plötzlichen Angriffsreduzierungen bereits Alarm schlagen sollen. Er vermutet, dass diese Phase möglicherweise genutzt wurde, um neue Ziele auszuwählen und Infrastrukturen für zukünftige Cyberangriffe auszukundschaften.
Schnelle Geldwäsche erschwert Rückgewinnung der Gelder
Die Lazarus-Gruppe schaffte es innerhalb von nur 10 Tagen, alle gestohlenen Gelder über das dezentrale Crosschain-Protokoll THORChain zu waschen. Trotzdem bleiben Blockchain-Sicherheitsexperten optimistisch, dass ein beträchtlicher Teil des gestohlenen Geldes zurückgeholt werden kann. Am 20. März waren noch über 80 % des gestohlenen Betrags nachverfolgbar. Forscher bemühen sich derzeit intensiv darum, diese Gelder einzufrieren und zurückzufordern.
Ähnlichkeiten zu früheren Angriffen erkennbar
Laut Meir Dolev, Technischer Direktor bei Cyvers, weist dieser Hack starke Ähnlichkeiten mit früheren Angriffen wie jenen auf WazirX (230 Millionen US-Dollar) und Radiant Capital (58 Millionen US-Dollar) auf. Bei diesen Angriffen wurden Ethereum Multisig Cold Wallets durch schädliche Transaktionen manipuliert. Dies ermöglichte es den Hackern, die vollständige Kontrolle zu übernehmen und Gelder an unbekannte Adressen zu transferieren.
Dieser jüngste Hack verdeutlicht erneut, wie anfällig selbst gut gesicherte Kryptobörsen für ausgeklügelte Cyberangriffe sind.
Schon wieder ein Kryptohack: Coinsbuy verliert Millionen in Ethereum und TRX
Coinsbuy ist Opfer eines groß angelegten Kryptohacks geworden, bei dem Ethereum und TRON im Millionenwert gestohlen wurden. Kunden werden vollständig entschädigt.
Hacker erbeuten Krypto-Assets im Wert von 247 Millionen Dollar – Tausende Bitcoin-Wallets betroffen
Im Juli erbeuteten Hacker Krypto-Assets im Wert von 247 Millionen Dollar. Ein schwerer Coldcard-Exploit traf Tausende Bitcoin-Wallets und verursachte Schäden in Millionenhöhe.
Drei Männer wegen geplanter Entführung eines Bitcoin-Besitzers angeklagt
Drei Männer sind wegen eines Entführungskomplotts gegen einen Bitcoin-Besitzer angeklagt. Zugleich nehmen körperliche Angriffe auf Krypto-Investoren weltweit stark zu.
Meist gelesen
Ehemaliger ASML-Forscher bringt China bei entscheidender EUV-Lichtquelle voran
China kommt eigenen EUV-Chipmaschinen dank eines früheren ASML-Wissenschaftlers näher – doch ASML bleibt vorerst vorn.
Kryptomarkt prognostiziert XRP-Kurs für den 31. August
Polymarket-Händler rechnen damit, dass XRP den August unter 1,20 Dollar beendet – trotz positiver Entwicklungen rund um den XRP Ledger.
SWIFT greift Ripples Kernidee auf: Braucht es XRP noch?
SWIFT macht bei Blockchain-Zahlungen einen großen Schritt. Was bedeutet das für Ripple, und wird XRP für internationale Transaktionen noch gebraucht?
