Die deutsche Polizei hat kürzlich 34 Millionen Euro (38 Millionen Dollar) an Kryptowährungen beschlagnahmt im Zusammenhang mit einem großangelegten Geldwäschenetzwerk, das mutmaßlich genutzt wurde, um gestohlenes Geld nach dem Hack der Kryptobörse Bybit zu verbergen. Die Bundesanstalt für Kriminologie (BKA) und die Staatsanwaltschaft Frankfurt kündigten am 9. Mai die Beschlagnahme an. Es handelte sich um verschiedene digitale Währungen, einschließlich Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Dash.
Diese Beschlagnahme ist die drittgrößte Kryptowährungs-Beschlagnahme in der Geschichte des BKA. Zudem wurde die Serverinfrastruktur der Plattform eXch, einschließlich mehr als acht Terabyte an Daten, beschlagnahmt und die Plattform selbst wurde geschlossen.
Geldwäsche über Kryptoplattform eXch
eXch wurde als Kryptotauschdienst positioniert, der es Benutzern ermöglichte, digitale Währungen auszutauschen, ohne die erforderlichen Anti-Geldwäsche-Maßnahmen (AML) anzuwenden. Die Plattform war seit 2014 aktiv und hatte angeblich 1,9 Milliarden Dollar an Kryptotransaktionen verarbeitet. Ein Teil dieser Transaktionen wird jedoch wegen krimineller Herkunft verdächtigt, einschließlich gestohlener Kryptowährungen vom Bybit-Hack.
Der Hack auf Bybit fand am 21. Februar 2025 statt, wobei 1,5 Milliarden Dollar an Kryptowährungen gestohlen wurden. Laut den Behörden wurde ein Teil des gestohlenen Geldes über eXch gewaschen. eXch soll auch in die Geldwäsche anderer gestohlener Krypto-Assets involviert gewesen sein, einschließlich Millionen von Dollar aus anderen Hacks, wie dem Diebstahl von 243 Millionen Dollar bei Genesis.
Krypto-Detektiv enthüllt Geldwäschepraktiken
ZachXBT, ein bekannter Krypto-Detektiv, war einer der ersten, der berichtete, dass eXch in die Geldwäsche von Krypto-Assets involviert war, die während des Bybit-Hacks gestohlen wurden. Anfangs leugnete eXch jede Beteiligung, aber später kündigte die Plattform an, dass sie ihre Aktivitäten zum 1. Mai 2025 einstellen würde.
Laut ZachXBT wurde eXch auch von der Lazarus Group genutzt, einer Hackergruppe, die für verschiedene große Cyberangriffe verantwortlich gemacht wird. Diese Gruppe soll gestohlene Krypto über eXch gewaschen und in Bitcoin über andere Plattformen umgewandelt haben.
Reaktion der Justiz und weitere Untersuchungen
Benjamin Krause, ein Staatsanwalt, betonte die Notwendigkeit, schnell bei Plattformen einzugreifen, die für Geldwäsche genutzt werden. „Kryptotausch ist ein wesentlicher Bestandteil der Untergrundwirtschaft. Es wird genutzt, um verdächtige Gelder aus illegalen Aktivitäten wie Hacking oder dem Handel mit gestohlenen Zahlungskartendaten zu verbergen“, sagte Krause.
Die deutschen Behörden setzen sich weiterhin dafür ein, kriminelle Netzwerke zu stören, die von der Anonymität der Kryptowährungen profitieren. Die Beschlagnahme von eXch und den zugehörigen Daten stellt einen wichtigen Schritt im Kampf gegen Geldwäschepraktiken in der Kryptoindustrie dar.
Mit dieser Aktion hoffen die deutschen Behörden, die Rolle von Kryptowährungen in illegalen Aktivitäten zu verringern und die Sicherheit des Kryptomarktes zu verbessern.
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