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Der Markt hat möglicherweise das beste Geschenk erhalten, das er hätte wünschen können. Nicht in Form einer Zinssenkung der Federal Reserve, sondern durch fallende Ölpreise.
Das klingt weniger spektakulär, aber für Aktien, Bitcoin (BTC) und andere Risikoinvestitionen kann es aber genauso wichtig sein.
In den letzten Monaten wurde der Markt nicht nur durch den Krieg mit dem Iran erschüttert, sondern vor allem durch die Auswirkungen dieses Krieges auf die Energiepreise und Inflationserwartungen.

Teureres Öl nährte die Angst, dass die Inflation erneut in den Verbraucherpreisindex einfließen könnte. Dadurch begann der Markt, mehr Zinserhöhungen einzupreisen.
Die Federal Reserve musste die Zinsen selbst gar nicht anheben. Der Markt erledigte das schon. Die Zinskurve wurde straffer, die zweijährige Rendite stieg und die finanziellen Bedingungen verschärften sich automatisch.
Wenn der Ölpreis sinkt, entfällt der Hauptgrund für die steigenden Zinsen. Dann kann der Markt diese Straffung auch wieder zurücknehmen. Nicht, weil die Fed plötzlich nachgiebiger wird, sondern weil der Energieschock nachlässt.
Das optimale Szenario für den Markt ist nicht einfaches Wachstum. Das beste Szenario ist Wachstum unter gleichzeitiger Senkung der Inflation. Das ist der Unterschied zwischen gesundem Wachstum und einer Phase des unbequemen Wachstums, das mit steigender Inflation einhergeht.

In den letzten Monaten befand sich der Markt in einem schwierigen Umfeld. Das Wachstum konnte vor allem durch die massive Investitionswelle in KI, Rechenzentren, Chips und Infrastruktur aufrechterhalten werden. Gleichzeitig stieg die Inflation durch den Energieschock.
Das kann vorübergehend funktionieren. Wenn die Inflation jedoch zu lange hoch bleibt, beeinträchtigt sie das Wachstum. Verbraucher müssen mit höheren Energiekosten, höheren Zinsen und weniger Spielraum für Ausgaben rechnen.
Bisher stützte sich der Bullenmarkt vor allem auf den Unternehmenszyklus. Große Unternehmen, Hyperscaler und Tech-Riesen investierten weiterhin in KI-Infrastruktur. Das hielt die Wirtschaft und den Aktienmarkt über Wasser.
Haushalte hingegen sahen sich mit hohen Energiepreisen, teuren Krediten und steigenden Hypothekenzinsen konfrontiert und erhielten kaum Entlastungen auf der Kostenseite. Der KI-Boom half zwar der Börse, aber nicht automatisch dem Geldbeutel des durchschnittlichen Verbrauchers.
Wenn die Energiepreise weiter sinken, steht wieder mehr Kaufkraft zur Verfügung. Benzin wird günstiger, der Inflationsdruck nimmt ab und der Druck auf die Zinserwartungen ebenfalls. So könnte der Verbraucher wieder in den Zyklus eingebunden werden.
Der Schlüssel liegt bei einer Variablen: dem Energiepreis. Sinkt der Ölpreis weiter, verschwindet der größte inflatorische Druck aus dem System. Dann kann die zweijährige Rendite sinken, die Hypothekenspreads können sich entspannen und die Bewertungen werden durch den niedrigeren Zinssatz gestützt.
Das ist gut für Aktien und riskobehaftete Investitionen. Falls jedoch der Friedensdeal scheitert und der Ölpreis wieder auf 100 oder 150 Dollar steigt, ändert sich die Lage komplett. Dann erleben wir keine nachhaltige Aufwärtsbewegung, sondern Stagflation. Es gäbe hohe Preise, geringeres Wachstum und ein erneut unter Druck geratener Verbraucher.
Derzeit scheint sich der Markt jedoch auf ein sehr vielversprechendes Ausgangsszenario zuzubewegen.
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