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Die Kryptokreditplattform Radiant Capital hat angekündigt, dass es die weitere Entwicklung seines Protokolls einstellt. Diese Entscheidung folgt auf einen mehr als anderthalb Jahre zurückliegenden Hack, bei dem die nordkoreanische Hackergruppe Lazarus Group rund 50 Millionen Dollar erbeutete.

Laut der Organisation hinter Radiant ist es nicht gelungen, genügend gestohlene Gelder zurückzuholen, neue Investitionen zu gewinnen oder eine finanzielle Reserve aufzubauen. Daher sieht das Projekt keine tragfähige Zukunft mehr.

Radiant Capital sieht keine Zukunft

In einer offiziellen Erklärung teilt die dezentrale autonome Organisation (DAO) hinter Radiant Capital mit, dass Entwickler und Community-Mitglieder das Protokoll lange Zeit unter schwierigen Bedingungen am Laufen gehalten haben.

Dennoch erwies sich dies als nicht ausreichend, um das Projekt fortzuführen. Das ausbleibende Wiedererlangen der verlorenen Mittel, kombiniert mit einem Mangel an neuen Kapitalzuflüssen, führte schließlich zur Entscheidung, die Aktivitäten einzustellen.

Vom wachstumsstarken DeFi-Projekt zur tiefen Krise

Radiant Capital wurde 2022 als Plattform zum Verleihen und Leihen von Kryptowährungen auf mehreren Blockchains gestartet. Das Projekt entwickelte sich schnell zu einem bekannten Namen im Bereich der dezentralen Finanzen (DeFi).

Der Gesamtwert aller auf der Plattform untergebrachten Kryptowährungen erreichte im Dezember 2023 einen Höchststand von fast 387 Millionen Dollar. Damit konnte sich Radiant in einer Zeit behaupten, in der viele andere DeFi-Projekte mit sinkenden Kapitalströmen zu kämpfen hatten.

Lazarus-Hack führte zu massiver Kapitalflucht

Die Situation änderte sich dramatisch im Oktober 2024, als die Lazarus Group das Protokoll ausnutzte. Die Hackergruppe, die laut internationalen Behörden Verbindungen zu Nordkorea hat, wird für mehrere große Cyberangriffe auf Kryptounternehmen verantwortlich gemacht.

Nach dem Angriff sank der Gesamtwert, der bei Radiant Capital deponiert war, von mehreren Hundert Millionen Dollar auf etwa 75 Millionen Dollar. Innerhalb eines Monats fiel dieser Betrag weiter auf nur noch 5 Millionen Dollar zurück.

Das Plattform konnte sich danach nicht mehr von dem Verlust an Kapital und Vertrauen erholen.

Protokoll bleibt für bestehende Nutzer zugänglich

Radiant Capital verschwindet nicht gänzlich. Das Protokoll wechselt in einen Wartungsmodus, sodass bestehende Nutzer weiterhin Zugang zu ihren Guthaben haben.

Die Website und die Smart Contracts bleiben aktiv. Nutzer können daher weiterhin Kryptowährungen abheben, Kredite zurückzahlen und ihre bestehenden Positionen verwalten.

Allerdings stellt die DAO alle weiteren Entwicklungen des Protokolls ein. Neue Funktionen, Upgrades und Erweiterungen werden nicht mehr durchgeführt. Radiant rät Nutzern daher, ihre Risiken aktiv zu managen und ihre Exponierung gegenüber der Plattform bei Bedarf zu reduzieren.

Rückholung der gestohlenen Gelder wird fortgesetzt

Trotz der Einstellung der Entwicklung arbeitet Radiant weiterhin an der Rückholung der gestohlenen Gelder. Das Wiederherstellungsportal bleibt für betroffene Nutzer verfügbar.

Gelder, die in Zukunft zurückgewonnen werden, sollen laut Projekt an die Opfer des Hacks zurückerstattet werden.

RDNT-Kurs fällt nach Ankündigung

Die Ankündigung der Einstellung hatte unmittelbare Auswirkungen auf den Kurs des RDNT-Tokens, der Kryptowährung des Projekts. Kurz nach Bekanntwerden der Nachricht verlor der Token etwa 4,2 Prozent seines Wertes.

RDNT hatte zuvor viel Erfolg. Im September 2022 erreichte der Token noch einen Rekordpreis von etwa 0,58 Dollar. Inzwischen wird die Münze für nur noch einen Bruchteil eines Cents gehandelt.

Mit dem Wegfall von Radiant Capital verschwindet erneut ein bekannter Akteur aus dem DeFi-Sektor. Der Untergang des Projekts zeigt, wie groß die Auswirkungen eines erfolgreichen Cyberangriffs sein können, selbst für Plattformen, die einst zu den am schnellsten wachsenden Krypto-Projekten des Marktes zählten.

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