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DeepSeek arbeitet an einem Börsengang und könnte damit für das größte Tech-Debüt sorgen, das China seit Jahren gesehen hat.

Der chinesische KI-Pionier hat bereits gezeigt, dass er mit der Spitze aus dem Silicon Valley mithalten kann. Nun will das Unternehmen auch bei der Welle der KI-Börsengänge mitziehen, auch wenn US-Firmen dabei bislang vorn liegen.

DeepSeek peilt Börsengang 2027 an

Bloomberg berichtete gestern unter Berufung auf Insider darüber. Das Unternehmen aus Hangzhou bereitet eine Notierung auf dem chinesischen Festland vor und will den Antrag Ende dieses Jahres oder Anfang 2027 einreichen.

Das Börsendebüt würde dann 2027 folgen. Die Wirtschaftsprüfer müssen dafür die Jahreszahlen bis Ende Dezember fertigstellen. Das ist eine zwingende Voraussetzung für den Antrag.

Den Rekord an der Börse Shanghai hält seit 2020 der Chipriese SMIC, der damals 53,2 Milliarden Yuan einsammelte. Seitdem kam kein Techunternehmen auch nur annähernd in diese Größenordnung.

Parallel wirbt DeepSeek bereits weiteres privates Kapital ein. Das Unternehmen spricht mit neuen Investoren über eine Finanzierungsrunde zu einer Bewertung von mindestens 480 Milliarden Yuan, umgerechnet rund 71 Milliarden Dollar beziehungsweise etwa 62 Milliarden Euro.

Vor sechs Wochen lag die Bewertung bei der ersten externen Finanzierungsrunde überhaupt noch bei rund 50 Milliarden Dollar. Der nun aufgerufene Preis liegt damit mehr als 40 Prozent höher.

Tencent und der Batteriehersteller CATL beteiligten sich damals an einer Runde über 7 Milliarden Dollar, ein Rekord für ein chinesisches Tech-Startup. Nun sollen mindestens 10 Milliarden Yuan hinzukommen, wobei der Betrag noch steigen könnte.

Hinter DeepSeek steht kein Techkonzern, sondern ein Hedgefonds. High-Flyer gründete das Labor 2023 in Hangzhou, um Sprachmodelle zu entwickeln, also die Technologie hinter Chatbots.

Die Modelle sind Open Source, der Chatbot ist kostenlos. Jeder kann sie herunterladen, anpassen und auf eigenen Servern betreiben.

Wie groß ist DeepSeek wirklich?

DeepSeek wird stark genutzt, vor allem im Heimatmarkt. Ende 2025 kam DeepSeek auf rund 130 Millionen aktive Nutzer und wurde seit dem Start 173 Millionen Mal heruntergeladen, wie Business of Apps berichtet.

Weltweit entfielen im Mai 4,1 Prozent des Traffics zu den großen KI-Assistenten auf den Chatbot, wie Daten von Similarweb zeigen.

Damit ist DeepSeek der viertgrößte KI-Chatbot. ChatGPT von OpenAI kommt auf 53,9 Prozent dieses Traffics, Gemini von Google auf 27,9 Prozent und Claude von Anthropic auf 9,2 Prozent.

Im Februar 2025 hatte der Anteil von DeepSeek noch bei 12,1 Prozent gelegen. Danach ließ das Interesse nach und pendelte sich bei rund 4 Prozent ein. Das dürfte vor allem daran liegen, dass die Konkurrenz zuletzt stark aufgeholt hat.

Der eigentliche Vorteil liegt im Preis. Das offene Modell kostet pro Token, also jene kleinen Textbausteine, mit denen KI-Systeme rechnen, etwa ein Achtel dessen, was OpenAI für sein neuestes Modell verlangt.

Trotzdem stellte das Labor im Januar vergangenen Jahres ein Modell vor, das mit dem Besten von OpenAI mithalten konnte. Für das Training des zugrunde liegenden Modells waren rund 5,5 Millionen Dollar nötig, gegenüber mehr als 100 Millionen Dollar für GPT-4.

Diese Zahl schlug an der Börse ein. Wenn ein kleines Labor ohne die schnellsten Chips mithalten kann, wofür werden dann all die Milliarden in Rechenzentren benötigt?

Anthropic und OpenAI sind weiter

Eine ganze Reihe von KI-Unternehmen steht für den Gang an die Börse bereit, und Anthropic machte den ersten Schritt. Das Unternehmen hinter dem Chatbot Claude reichte am 1. Juni vertrauliche Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) ein. Der ChatGPT-Entwickler OpenAI folgte eine Woche später mit einem eigenen vertraulichen Antrag.

Beide werden mit Bewertungen von bis zu 1 Billion Dollar in Verbindung gebracht, ein Datum gibt es jedoch nicht. OpenAI soll inzwischen eher 2027 ins Auge fassen, weil CEO Sam Altman Berichten zufolge nicht unter diese Billion gehen will.

Wie groß die Nachfrage nach solchen Debüts ist, zeigte SpaceX. Das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk nahm am 12. Juni beim größten Börsengang aller Zeiten 86 Milliarden Dollar ein. Kurz nach dem Debüt lag die Bewertung in der Spitze bei 2,6 Billionen Dollar, inzwischen notiert der Kurs jedoch 40 Prozent niedriger.

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