Bitcoin (BTC) ist gestern heftig abgestürzt und erstmals seit Juni unter die Marke von 100.000 Dollar gefallen. Zwar schloss der Tag wieder oberhalb dieses Niveaus, doch sollte das nicht gelingen, könnte der Kurs laut den Analysten von CryptoQuant bis auf 72.000 Dollar abrutschen. Das würde wohl das endgültige Aus für den Bullenmarkt bedeuten.
BTC muss über $100.000 bleiben
Gestern fand ein Ende einer beeindruckenden Serie von 134 Tagen, in denen Bitcoin über der sechsstelligen Marke blieb. Nach einem langen und steilen Rutsch durchbrach der Kurs spät am Abend diese symbolische Grenze.
Trotzdem hielt Bitcoin stand. Der Tag endete nämlich über 101.000 Dollar, womit die psychologische Marke vorerst verteidigt ist.
„Wenn der Kurs die Zone um $100.000 nicht hält und weiter nach unten ausbricht, ist das Risiko groß, dass wir innerhalb von ein bis zwei Monaten die $72.000 ansteuern“, so teilte Forschungschef Julio Moreno The Block mit.
Inzwischen glauben viele, dass der Bärenmarkt begonnen hat – dann gäbe es wirklich kein Entkommen mehr. Laut Analyst Bitcoin Munger bleibt der Bullenmarkt intakt, solange der Kurs im Wochenchart über 96.000 Dollar notiert.
Moreno weist darauf hin, dass der aktuelle Rückgang kein isoliertes Ereignis ist, sondern Teil eines breiteren Trends. Seit dem Liquidationsereignis vom 10. Oktober – dem größten aller Zeiten in der Krypto-Industrie, bei dem mehr als 20 Milliarden Dollar an gehebelten Positionen ausgelöscht wurden – ist die Nachfrage nach Bitcoin deutlich eingebrochen.
„Seitdem sehen wir, dass die Spot-Nachfrage nach Bitcoin strukturell abnimmt“, so Moreno.
„In den USA ist das Interesse sogar negativ geworden. ETFs verzeichnen Abflüsse und auf Coinbase liegt der Preis niedriger als an den weltweiten Börsen. Unser ‚Bull Score‘-Modell steht jetzt bei 20, was tief im bärischen Bereich liegt.“
‚Es gibt viel zu tun‘
Der niederländische Analyst Jelle nennt die 100.000 Dollar ein „kritisches Gebiet“, das „vorerst gut verteidigt“ werde. „Trotzdem gibt es noch viel zu tun. Erst wenn der Kurs wieder über 110.000 Dollar steigt, sieht das Bild wirklich besser aus.
Bitcoin brach gestern um fast 8 Prozent ein und erreichte spät am Abend (niederländischer Zeit) ein Tief von rund 99.000 Dollar. Das bedeutet, dass der BTC-Kurs seit dem Rekord von 126.200 Dollar am 6. Oktober bereits um mehr als 21 Prozent gefallen ist.
Das ist ungefähr der Bereich, in dem die meisten Korrekturen der vergangenen Jahre zum Stillstand kamen. Es könnte jedoch noch ein Stück schlimmer werden: Anfang dieses Jahres sorgte der Handelskrieg unter Donald Trump für einen Rückgang um 32 Prozent, und im vergangenen Jahr verlor der Kurs sogar einmal 34 Prozent.
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