Nur 4 % der Fondsmanager weltweit rechnen mit einer harten wirtschaftlichen Landung. Das zeigt die aktuelle monatliche Umfrage der Bank of America unter rund 200 institutionellen Investoren. Gleichzeitig stiegen die Aktienpositionen auf ein Rekordniveau, was Experten beunruhigt.
Rekord-Optimismus wirft Warnsignale auf
Im Mai erreichten die Aktienpositionen der Fondsmanager das höchste jemals gemessene Niveau. Parallel sanken die Barreserven von 4,3 % auf 3,9 %, der größte monatliche Rückgang seit Februar 2024. Investoren setzen massiv auf weitere Kursanstiege.
Das klingt positiv, aber die BofA-Umfrage fungiert gerade als konträrer Indikator. Wenn alle auf derselben Seite des Bootes stehen, steigt das Risiko eines abrupten Absturzes schnell. Selbstzufriedenheit wird an den Märkten selten belohnt.
Zweite Inflationswelle als größtes Risiko
Vierzig Prozent der Befragten sehen eine zweite Inflationswelle als größtes Extremrisiko. Unterdessen erwarten 66 %, dass die Spannungen rund um die Straße von Hormus, eine kritische Schifffahrtsroute für Öltanker, in einigen Monaten gelöst werden. Das ist keine Gewissheit, eher ein Wunsch.
Bleibt der Ölpreis hoch und erhöht die Federal Reserve dennoch die Zinsen weiter, könnte das die Aktienmärkte stark treffen. Die Wahrscheinlichkeit einer harten Landung, die derzeit bei 4 % liegt, könnte dann schnell steigen. Zudem visieren 62 % der Fondsmanager eine Rendite von 6 % für die 30-jährige US-Staatsanleihe an, während nur 20 % auf 4 % setzen.
Der starke Anstieg an der Börse im April war noch mit Erwartungen an ein Abkommen zwischen den USA und Iran zu erklären. Die parabolischen Gewinne im Mai scheinen angesichts der aktuellen Risiken weniger fundiert.
Investoren beobachten nun aufmerksam die nächste Zinsentscheidung der Fed und die Entwicklungen in der Straße von Hormus.
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