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Die weltweiten Börsen versuchen sich von der Verkaufswelle am vergangenen Freitag zu erholen. Besonders Technologie- und Chipaktien wurden stark getroffen, nachdem bei Anlegern Zweifel an der Kombination aus hohen Bewertungen, steigenden Zinserwartungen und geopolitischer Unsicherheit aufgekommen waren.
Heute zeigen sich die Märkte wieder vorsichtig im grünen Bereich. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Ruhe vollständig zurückgekehrt ist.
Die Verkaufswelle begann am Freitag in den USA, wo insbesondere Chipunternehmen stark getroffen wurden. Die schwache Stimmung übertrug sich dann auf Asien und Europa.
Der Auslöser war kein einzelnes Problem. Die enttäuschende Entwicklung bei Broadcom veranlasste Anleger, Gewinne bei KI-Aktien mitzunehmen. Gleichzeitig führten starke US-Arbeitsmarktdaten zu höheren Zinserwartungen.
Das ist eine schwierige Kombination für teure Wachstumsaktien. Steigen die Zinsen, verlieren zukünftige Gewinne an Wert. Besonders KI- und Chipunternehmen sind empfindlich für diesen Mechanismus, da ihre Bewertungen stark von hohem zukünftigen Wachstum abhängen.
Trotz der Unruhe bleiben einige Anleger optimistisch. Robert Edwards von Edwards Asset Management betrachtet den Rückgang der Techaktien sogar als Geschenk für Anleger.
Seiner Meinung nach sind solche starken Rückschläge normal in einem kräftigen Bullenmarkt. Märkte bewegen sich selten geradlinig nach oben. Gerade in starken Trends sieht man oft heftige Bewegungen sowohl nach oben als auch nach unten.
Edwards erwartet, dass der S&P 500 bis zum Jahresende auf 7.700 Punkte steigen kann. Gleichzeitig warnt er, dass zunächst noch eine Korrektur von 7 bis 12 Prozent bevorstehen könnte.
Der Markt schaut vor allem auf drei Faktoren.
Der erste ist die Federal Reserve. Der Einzug von Kevin Warsh als neuer Fed-Vorsitzender sorgt für Unsicherheit. Anleger wollen wissen, ob er die Zinsen niedrig halten will, wie es Trump gerne sieht, oder ob er wegen hartnäckiger Inflation doch einen strikteren Kurs einschlagen wird. Das erfahren wir nächste Woche bei seiner ersten Zinssitzung.
Der zweite Faktor ist die Straße von Hormus. Wenn die Blockade länger andauert und die Ölpreise hoch bleiben, könnte dies die Inflation erneut anheizen. Das erschwert Zinssenkungen und hält den Druck auf Wachstumsaktien aufrecht.
Der dritte Faktor ist der AI-Zyklus selbst. Der Markt glaubt weiterhin fest an KI, aber die Erwartungen sind inzwischen extrem hoch. Dadurch kann jedes enttäuschende Quartalsergebnis oder jede Warnung über Kosten unmittelbar zu neuem Verkaufsdruck führen.
Auch Citi bleibt optimistisch für den US-Markt. Die Bank hob das Kursziel für den S&P 500 auf 8.100 Punkte an, nachdem es zuvor bei 7.700 lag. Das impliziert noch ein Aufwärtspotenzial von fast 10 Prozent.
Dennoch sieht Citi kurzfristige Risiken. Laut der Bank ist der Markt derzeit in zwei Lager gespalten. Auf der einen Seite stehen Makroanleger, die wegen höherer Zinserwartungen Shortpositionen eingehen. Auf der anderen Seite stehen Anleger, die jeden Rückgang bei KI-Aktien weiter kaufen.
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