Die Börse von Dubai erlebte heute den größten Sprung seit über zehn Jahren. Der Dubai Financial Market General Index legte um 8,5 Prozent zu, der größte Kursanstieg an einem Tag seit Dezember 2014. Anleger investierten verstärkt in Immobilien- und Bankaktien nach Wochen der Unsicherheit aufgrund des Konflikts mit Iran.
Golfstaaten atmen auf
Auch Abu Dhabi profitierte von der Entwicklung. Der ADX General Index stieg um 3,5 Prozent, die größte Tagessteigerung seit März 2024. Der Anstieg folgte auf den Waffenstillstand zwischen den USA und Iran, der die Wahrscheinlichkeit einer vorübergehenden Wiedereröffnung der Straße von Hormus und einer Erholung des Ölflusses erhöht.
Diese Erleichterung ist verständlich. In den Tagen vor dem Abkommen nahmen die Spannungen rapide zu. Die Vereinigten Arabischen Emirate waren direkt betroffen, was die Sorgen um die Sicherheit der Energieinfrastruktur und der Schifffahrtsrouten im Persischen Golf verstärkte.
Erleichterung auf allen Märkten spürbar
Die Rally in den Golfstaaten steht nicht allein. Weltweit stiegen die Aktienmärkte und der Brent-Ölpreis fiel um bis zu 16 Prozent. Niedrigere Ölpreise, eine geringere direkte Bedrohung und die Aussicht auf eine Wiederaufnahme der Schifffahrt gaben den Anlegern wieder Mut, Risiken einzugehen.
Für die Golfstaaten hat dies besonderes Gewicht. Ihre Wirtschaften sind auf den Öl-Export durch die Straße von Hormus angewiesen, und ihre eigene Infrastruktur war in den vergangenen Wochen Angriffen ausgesetzt. Die Habshan-Gasanlage, die Mina Al Ahmadi-Raffinerie, ein Oracle-Gebäude in Dubai: Der Krieg rückte immer näher. Ein funktionierender Waffenstillstand nimmt diese akute Bedrohung und spiegelt sich direkt in den Kursen wider.
Zwei Wochen, um den Beweis zu erbringen
Die Euphorie hat jedoch ein Verfallsdatum: zwei Wochen. Solange dauert der Waffenstillstand. Wenn er danach nicht verlängert oder in ein breiteres Abkommen umgewandelt wird, könnten die Märkte genauso schnell wieder zurückfallen. Aber für den Moment feiert die Region die erste echte Atempause seit Beginn des Konflikts am 28. Februar.
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