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Die Finanzmärkte erhielten in der vergangenen Nacht endlich die erhoffte Atempause: Die Vereinigten Staaten und Iran kündigten einen zweiwöchigen Waffenstillstand an, verbunden mit einer teilweisen Wiederöffnung der Straße von Hormus. Damit zeichnet sich erstmals seit langer Zeit eine echte Chance zur Deeskalation ab.
Die Reaktion an den Märkten war unmittelbar und stark. Der Ölpreis fiel deutlich, US-Staatsanleihen stiegen kräftig und die Aktienmärkte in Asien schnellten in die Höhe. Vor allem Japan profitierte von einer starken Eröffnungsrally. Anleger preisen nun ein, dass die Wahrscheinlichkeit einer akuten Energiekrise vorerst gesunken ist.
Die spektakulärste Bewegung zeigte sich beim Öl. Der Brent-Preis verlor zeitweise etwa 15 Prozent und sank in Richtung 93 Dollar pro Barrel. Auch der US-Ölpreis erlitt einen erheblichen Rückgang und fiel wieder unter die 100-Dollar-Marke.
Das ist nachvollziehbar. Der gesamte Markt war in den vergangenen Wochen von der Angst vor einer langfristigen Unterbrechung der Energieströme durch Hormus geprägt. Sobald es Anzeichen für eine zumindest vorübergehende sichere Passage gibt, verschwindet ein erheblicher Teil der Risikoprämie aus dem Preis.
Auch am Anleihemarkt war die Reaktion aufschlussreich. US-Staatsanleihen stiegen stark, was die Renditen senkte. Das bedeutet, dass die Anleger weniger Angst vor einem langanhaltenden Inflationsschock haben und daher auch weniger mit zusätzlichen Zinserhöhungen oder länger hohen Zinsen rechnen.
Die Aktienmärkte reagierten positiv darauf. Besonders in Japan war die Erleichterungsrally kräftig, unterstützt von niedrigeren Ölpreisen und der Vorstellung, dass ein ruhigeres Nahost die wirtschaftlichen Schäden begrenzen könnte.
Der Markt feiert jetzt vor allem die Atempause, nicht das Ende des Konflikts. Und diese Unterscheidung ist wichtig. Es handelt sich um einen zweiwöchigen Waffenstillstand, nicht um ein endgültiges Friedensabkommen.
Es bleiben nämlich viele Fragen offen:
Für Bitcoin und andere risikobehaftete Anlagen ist dies zunächst positiv. Niedrigere Ölpreise, sinkende Anleiherenditen und weniger akute Inflationsängste verschaffen dem Markt wieder Luft. Genau in einem solchen Umfeld wagen Anleger eher, mehr Risiko einzugehen.
Aber auch hier gilt: Sollten die Details enttäuschen und sich herausstellen, dass die Passage durch Hormus nur eingeschränkt wiederhergestellt wird, könnte ein Teil dieser Erleichterungsrally schnell wieder rückgängig gemacht werden.
Die Märkte haben also endlich einen Ausweg aus dem akutesten Krisenszenario gefunden. Das erklärt den starken Rückgang der Ölpreise und die kräftige Erleichterungsrally bei Aktien und Anleihen.
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