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OpenAI und Anthropic geraten durch chinesische KI-Konkurrenten zunehmend unter Druck. Die US-Labore senken die Preise für ihre Modelle, weil Unternehmen sensibler auf steigende KI-Kosten reagieren. Immer mehr Kunden testen günstigere Alternativen aus China, etwa Modelle von Moonshot und DeepSeek.
Damit verschiebt sich der Wettbewerb in der KI-Branche. Bis vor Kurzem ging es vor allem darum, wer das leistungsfähigste Modell entwickeln kann. Inzwischen wird der Preis mindestens ebenso wichtig.

OpenAI hat den Preis für GPT-5.6 Luna, nach eigenen Angaben das schnellste und günstigste Modell des Unternehmens, zuletzt um 80 Prozent gesenkt. Anthropic brachte Claude Opus 5 auf den Markt und positioniert das Modell als Spitzen-KI zum halben Preis seines leistungsstärksten Modells Fable 5. Zudem verzichtete Anthropic auf eine geplante Preiserhöhung für Sonnet 5.
Nach Angaben von Silicon Data sind die Preise, die Kunden für Modelle führender US-Labore zahlen, seit Mitte Juli um fast ein Viertel gefallen.
Das markiert einen klaren Bruch mit der bisherigen Entwicklung. US-KI-Unternehmen haben jahrelang versucht, für geschlossene Modelle Premiumpreise durchzusetzen. Doch der Aufstieg besserer offener Modelle aus China setzt dieses Geschäftsmodell unter Druck.
Der Preiskampf kommt nicht aus dem Nichts. Viele Unternehmen sahen ihre KI-Rechnungen deutlich steigen. Anthropic und OpenAI bewegen einige Geschäftskunden weg von festen Abonnements hin zu nutzungsabhängiger Abrechnung. Dabei zahlen Unternehmen danach, wie viel Rechenleistung und wie viele Token sie verwenden.
Dadurch werden KI-Kosten sichtbarer und schwerer kalkulierbar. Einige Unternehmen reagieren mit Nutzungslimits oder testen günstigere Modelle. DoorDash und Airbnb sollen bereits chinesische Modelle einsetzen, um Kosten zu senken.
Genau das macht die US-Labore nervös. Wenn Kunden einmal feststellen, dass günstigere Modelle für viele Aufgaben ausreichend leistungsfähig sind, lassen sich hohe Preise schwerer rechtfertigen.
Chinesische KI-Labore haben in den vergangenen Monaten rasch Boden gutgemacht. Offene Modelle von Anbietern wie Moonshot und DeepSeek sind günstiger, leichter anzupassen und für Entwickler attraktiv, die sich nicht an geschlossene US-Plattformen binden wollen.
Entscheidend ist: Günstiger bedeutet nicht automatisch schlechter. Benchmarks zeigen, dass einige chinesische Modelle bei bestimmten Einstellungen nahe an US-Modelle heranreichen, vor allem wenn man die Kosten pro Aufgabe betrachtet und nicht nur die Tokenpreise.
Dieser Punkt ist zentral. Ein Modell mit höherem Tokenpreis kann am Ende günstiger sein, wenn es weniger Versuche benötigt oder effizienter arbeitet. Die Richtung ist dennoch klar: Kunden vergleichen immer kritischer.
Nach Einschätzung von Marktkennern kürzen US-Labore vor allem im mittleren Segment. Die absoluten Topmodelle bleiben vergleichsweise teuer. Das dürfte Absicht sein. OpenAI und Anthropic wollen Marktanteile bei günstigeren Anwendungen sichern, zugleich aber den Wert ihrer leistungsfähigsten Modelle verteidigen.
Damit wird diese Phase wichtig für ihre Börsenambitionen. Beide Unternehmen peilen Bewertungen in Billionenhöhe an. Dafür müssen sie zeigen, dass KI nicht nur rasant wächst, sondern auch profitabel werden kann.
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