Was, wenn künftig nicht Zentralbanken, sondern ein Stablecoin-Unternehmen den Zahlungsverkehr in Ländern dominiert? Laut einem einflussreichen Topmanager beim Vermögensverwalter Bitwise ist das durchaus realistisch. Vor allem Tether könnte weltweit dominant werden – und Milliardengewinne einfahren.
Tether könnte Schwellenländer erobern
Matt Hougan, Chief Investment Officer (CIO) beim Vermögensverwalter Bitwise, sieht für den USDT-Emittenten Tether ein außergewöhnlich großes Wachstumspotenzial. In einem aktuellen Blogbeitrag erklärt er, warum es langfristig zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt werden könnte.
Dem CIO zufolge hat Tether in nichtwestlichen Ländern nahezu ein Monopol auf dem Stablecoin-Markt. In Volkswirtschaften, die mit hoher Inflation kämpfen – etwa in Venezuela oder Argentinien –, bieten Stablecoins eine attraktive Möglichkeit, den Wertverlust der eigenen Währung zu vermeiden.
Zudem sei es nicht auszuschließen, dass diese Länder in großem Stil auf USDT als alltägliches Zahlungsmittel umsteigen. Tether könnte dadurch Vermögenswerte in Höhe von Hunderten Milliarden bis hin zu Billionen verwalten.
Würde dieses Szenario Wirklichkeit, könnte Tether einen erheblichen Teil des globalen Geldmarkts dominieren. Und dieser Markt ist riesig: Im weltweiten Zahlungsverkehr werden jährlich 3,4 Billionen Transaktionen mit einem Gesamtwert von 1,8 Billiarden US-Dollar abgewickelt.
Hougan: Tether könnte zum profitabelsten Unternehmen werden
Dank der Zinserträge auf diese gewaltigen Summen könnte das Unternehmen extrem profitabel werden – womöglich sogar profitabler als die größten Konzerne der Welt.
Zur Veranschaulichung vergleicht Hougan Tether mit einem der weltweit profitabelsten Unternehmen: Saudi Aramco. Der Ölkonzern erzielte 2024 einen Rekordgewinn von 120 Milliarden US-Dollar. Hougan führt aus, dass Tether, sollte es gelingen, 3 Billionen US-Dollar an Vermögenswerten zu verwalten – rund drei Prozent der globalen Geldmenge –, allein über Zinserträge sogar profitabler werden könnte als Saudi Aramco.
Krypto nimmt auch andere Märkte ins Visier
Hougan betont, dass Kryptos Erfolg nicht nur auf Stablecoins beruht. So konkurriert Bitcoin (BTC) mit Gold – einem Markt von fast 25,8 Billionen US-Dollar. Ethereum (ETH) und Solana (SOL) zielen auf die Infrastruktur der Finanzmärkte.
Er vergleicht Investitionen in Krypto mit Investments in frühe Start-ups. Das Risiko des Scheiterns ist hoch, doch das Potenzial ist enorm. Darum plädiert Hougan für Diversifizierung im Kryptosektor. Statt nach der einen Gewinner-Coin zu suchen, sollten sich Anleger fragen, ob Krypto in fünf Jahren wichtiger sein wird als heute.
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