Bitcoin (BTC) schwankt knapp unter $110.000, während Investoren auf wirtschaftliche Klarheit aus den USA und die Quartalszahlen von Nvidia warten. Große Investoren bauen unterdessen ruhig ihre Position weiter aus.
Neue Rekorde verzögert, aber nicht aus dem Blick
Bitcoin strandete kürzlich bei etwa $109.000 nach einem kurzzeitigen Versuch, das Allzeithoch von $111.957 zu übertreffen. Diese Stagnation resultiert vor allem aus dem abwartenden Verhalten im Vorfeld wirtschaftlicher Daten aus den USA, kombiniert mit einer verringerten Risikobereitschaft aufgrund des erwarteten Nvidia-Berichts am 28. Mai.
Dennoch erzählen die Zahlen im Hintergrund eine andere Geschichte. Die Prämie auf Bitcoin Futures stieg am 26. Mai auf 8%, was auf eine zunehmende Nachfrage nach Long-Positionen hinweist. Dieses Niveau bleibt im gesunden Bereich von 5 bis 10% und zeigt, dass der Markt sicher nicht überhitzt ist.

Auch der Optionshandel deutet auf Vertrauen in weitere Kurssteigerungen hin. Die sogenannte Delta-Skew fiel auf -6%, ein Signal, dass Verkaufsoptionen (Put-Optionen) relativ günstiger sind als Kaufoptionen (Call-Optionen). Dieses Muster deutet auf überwiegend optimistische Erwartungen unter professionellen Händlern hin.
Strategische Käufe und ETF-Zuflüsse
Die institutionelle Nachfrage steigt weiter. Michael Saylor’s Unternehmen Strategy kaufte zwischen dem 19. und 25. Mai Bitcoin im Wert von $427 Millionen zu einem Durchschnittspreis von $106.237. Gleichzeitig flossen in derselben Woche weitere $2,75 Milliarden in Spot Bitcoin ETFs, was auf ein breit getragenes Vertrauen in den Markt hindeutet.
Ein unerwarteter Katalysator kam von JPMorgan. Während des jährlichen Investor Day gab CEO Jamie Dimon bekannt, dass die Bank ihren Kunden Zugang zu Spot Bitcoin ETFs bietet. Obwohl es keine direkten Empfehlungen oder Verwahrungsdienste gibt, stellt dies einen großen Schritt nach vorne dar. Mit $6 Billionen an Kundeneinlagen entsteht plötzlich Raum für enorme Exposition gegenüber Bitcoin.
Der Markt sieht nun gespannt dem Inflationsbericht am 30. Mai entgegen. Zudem könnte das Richmond Fed-Bericht vom 28. Mai das Sentiment möglicherweise beeinflussen. Die wirtschaftliche Unsicherheit, kombiniert mit Sorgen über die US-Schuldenlast und einem Rückgang der Hypothekenanträge, macht Investoren derzeit vorsichtig.
Trotz des jüngsten Stillstands gibt es wenig Anzeichen von Panik. Die Fundamentaldaten bleiben stark, die Liquidität wächst und das institutionelle Interesse zeigt, dass Bitcoin zunehmend als mehr als nur eine spekulative Investition angesehen wird.
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