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Milliardär und Risikokapitalgeber Tim Draper glaubt, dass Banken stärker von Quantencomputern betroffen sein werden als Bitcoin (BTC). Das klingt überraschend, da Kritiker oft davor warnen, dass Quanten-Technologie eine Bedrohung für die Kryptografie hinter Bitcoin darstellt.

Laut Draper liegt das eigentliche Risiko jedoch nicht bei Bitcoin, sondern beim traditionellen Finanzsystem. Banken arbeiten mit veralteter Infrastruktur, vertraulichen Kundendaten und großen Mengen verschlüsselter Informationen, die bereits heute gesammelt werden können.

Banken verfügen über vertrauliche Daten

Die größte Quanten-Bedrohung für Banken nennt sich „harvest now, decrypt later“. Das bedeutet, dass Angreifer bereits heute verschlüsselte Banktransaktionen, Kundendaten und Kommunikation speichern können.

Diese Daten sind derzeit noch unlesbar. Sollten Quantencomputer jedoch jemals in der Lage sein, die aktuelle Verschlüsselung zu brechen, könnten diese Informationen entschlüsselt werden.

Das ist ein großes Problem. Banken können nicht rückgängig machen, dass sensible Daten über Jahre hinweg gesammelt wurden.

Bitcoin hat dieses spezielle Problem nicht. Die Blockchain ist vollständig öffentlich. Jede Transaktion, jede Adresse und jeder Saldo ist bereits sichtbar. Es gibt also keine geheime Datenbank voller Finanzhistorie, die später aufgebrochen werden könnte.

Bitcoin birgt ein echtes Quanten-Risiko

Das bedeutet nicht, dass Bitcoin immun gegen Quantencomputer ist. Es gibt durchaus eine Schwachstelle.

Diese liegt im Unterschriftensystem, mit dem Transaktionen genehmigt werden. Bitcoin nutzt dazu ECDSA. Sobald eine Adresse jemals Bitcoin versendet hat, wird der öffentliche Schlüssel auf der Blockchain sichtbar.

Theoretisch könnte ein leistungsfähiger Quantencomputer mit Shors Algorithmus aus einem solchen öffentlichen Schlüssel den privaten Schlüssel ableiten. Dadurch würden genutzte Adressen anfällig.

Bei ungenutzten Adressen ist dieses Risiko geringer, da der öffentliche Schlüssel dort noch nicht sichtbar ist. Deshalb wird oft empfohlen, Bitcoin nicht langfristig auf Adressen zu belassen, die bereits verwendet wurden.

Mining bleibt vorerst sicher

Das Risiko betrifft also vor allem die digitalen Signaturen, nicht das Mining-Netzwerk selbst. Die Sicherheit des Bitcoin-Minings basiert größtenteils auf SHA-256. Dieses Algorithmus ist vorerst praktisch unzugänglich für Quantenangriffe. Dessen Brechen würde extrem viel Hardware und Energie erfordern.

Die Vorstellung, dass Quantencomputer morgen plötzlich das gesamte Bitcoin-Netzwerk brechen, ist daher zu simpel. Die eigentliche Frage ist, wie schnell Bitcoin auf quantenresistente Signaturen umstellen kann, sobald dies notwendig wird.

Community arbeitet bereits an Lösung

Der Text, der bereitgestellt wurde, nennt einen möglichen Weg: BIP-360. Dieser Vorschlag führt Post-Quanten-Signaturen auf Basis von ML-DSA ein, welche auch von der US-amerikanischen NIST genehmigt wurde.

Es sollen bereits funktionierende BIP-360-Transaktionen im Testnetz demonstriert worden sein. Genau darauf weist Draper hin. Bitcoin hat ein offenes Netzwerk, in dem Node-Betreiber und Entwickler letztlich entscheiden können, das Protokoll zu aktualisieren, wenn die Bedrohung konkret genug wird.

Banken hingegen agieren langsamer

Bei Banken ist das anders. Sie müssen Systeme über Aufsichtsbehörden, Regierungen, Anbieter und interne Infrastrukturen anpassen. Das ist komplex, langsam und teuer. Zudem sind viele Banken von Legacy-Systemen abhängig, die nicht einfach ersetzt werden können.

Regierungen nehmen das Risiko inzwischen ernst. Die US-amerikanische NSA verpflichtet nationale Sicherheitssysteme, quantensicher zu werden. Doch ein solcher Übergang kostet Zeit, und das traditionelle Finanzsystem ist weit größer und fragmentierter als ein einzelnes Blockchain-Protokoll.

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