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Ionic Digital bewirbt sich um eine Notierung an der Nasdaq. Das Unternehmen, das früher Bitcoin-Mining betrieb, hat eine Anfrage für eine direkte Notierung eingereicht. Dies ermöglicht es bestehenden Aktionären, ihre Anteile frei zu handeln.

Dazu zählen auch frühere Gläubiger des insolventen Celsius Network. Zugleich richtet Ionic seine Strategie neu aus: Der Fokus verschiebt sich vom Bitcoin-Mining hin zu künstlicher Intelligenz (KI).

Aus Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) geht hervor, dass registrierte Aktionäre bis zu 10,8 Millionen Klasse-A-Aktien unter dem Tickersymbol IOND verkaufen dürfen.

Nasdaq-Notierung als Ausweg für Celsius-Gläubiger

Ionic Digital entstand im Jahr 2024 aus der Restrukturierung des insolventen Unternehmens Celsius Network. Das Unternehmen übernahm die Mining-Vermögenswerte von Celsius und konzentriert sich seitdem vollständig auf Bitcoin-Mining: Spezialisierte Computer verarbeiten Transaktionen im Bitcoin-Netzwerk und generieren neue Bitcoins.

Die angestrebte Börsennotierung ist eine direkte Notierung. Ionic gibt keine neuen Anteile aus und sammelt kein zusätzliches Kapital ein. Die Notierung ermöglicht lediglich, dass bestehende Aktionäre ihre Anteile über die Nasdaq kaufen und verkaufen können.

Das ist vor allem für frühere Celsius-Gläubiger relevant. Sie hatten im Rahmen des Insolvenzplans Aktien von Ionic Digital erhalten, konnten diese bislang aber nicht an einem öffentlichen Markt handeln.

KI als neuer Wachstumstreiber

Ionic Digital sieht seine Zukunft zunehmend jenseits des Bitcoin-Mining. Der Fokus liegt stattdessen auf der schnell wachsenden KI-Branche. Im Jahr 2025 entschied das Unternehmen, seine Strategie zu erweitern. Neben dem Mining möchte Ionic ein Anbieter digitaler Infrastruktur für künstliche Intelligenz und High-Performance Computing (HPC) werden. HPC bezeichnet leistungsstarke Computersysteme für KI-Modelle und anspruchsvolle Rechenaufgaben.

Das Herzstück dieser Umstellung ist ein Rechenzentrum mit 234 Megawatt Leistung im texanischen Ward County. Die Anlage wurde ursprünglich für das Bitcoin-Mining gebaut, wird jetzt jedoch zu einer Einrichtung für KI und HPC umgebaut.

Um diese Strategie zu beschleunigen, schloss Ionic im Oktober 2025 eine Vereinbarung mit dem KI-Infrastrukturunternehmen Nscale. Ionic vermietet den Standort für einen Zeitraum von 126 Monaten. Nach Angaben des Unternehmens steht der Vertrag für künftige Einnahmen von knapp 2 Milliarden Dollar.

Die Vereinbarung enthält zudem eine Option, die Kapazität um weitere 89 Megawatt auszubauen. Sollten dafür ausreichend Stromkapazitäten verfügbar werden und die nötigen Genehmigungen erteilt werden, könnte der Gesamtvertragswert auf rund 2,6 Milliarden Dollar steigen.

KI bringt zunehmend mehr Umsatz

Der Strategiewechsel zeigt sich inzwischen deutlich in den Zahlen. Im ersten Quartal 2026 erzielte Ionic Digital 44 Millionen Dollar Umsatz mit der Vermietung digitaler Infrastruktur. Die Einnahmen aus dem Bitcoin-Mining sanken im selben Zeitraum im Jahresvergleich um 82 Prozent auf 7,4 Millionen Dollar.

Das Unternehmen führt diesen Rückgang darauf zurück, dass große Teile der Mining-Operationen beendet wurden. Die Anlage in Texas wird derzeit in KI-Infrastruktur umgestaltet.

Kurz vor der Nasdaq-Anfrage sammelte Ionic Digital zudem 400 Millionen Dollar durch eine private Kapitalrunde ein. Dabei verkaufte das Unternehmen Anteile an eine begrenzte Gruppe von Investoren, jedoch nicht über die Börse.

Laut Unternehmensangaben sollen die Mittel in allgemeine Geschäftszwecke und den Ausbau der KI-Infrastruktur fließen. CEO Andy Stewart sagte, die Finanzierung solle das Wachstum der KI-Aktivitäten und die Expansion der Datencenter vorantreiben.

Durch die geplante Nasdaq-Notierung erhält Ionic Digital nicht nur Zugang zu einem breiteren Investorenkreis, sondern auch die Celsius-Gläubiger können ihre Anteile erstmals frei handeln.

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