Nach Jahren der extrem niedrigen Zinssätze justiert Japan vorsichtig seine monetären Hebel. Die Bank of Japan machte heute erneut einen Schritt in Richtung Abbau der extrem lockeren Geldpolitik. Bemerkenswerterweise reagierte nicht der Yen, sondern vor allem Bitcoin (BTC) schnell.
Japanische Zinsen auf 30-Jahres-Hoch
Die Bank of Japan erhöhte den Leitzins um 25 Basispunkte auf 0,75 Prozent. Damit endet das jahrzehntelange extrem lockere Geldpolitik weiter. Dennoch schwächte sich der Yen nach der Entscheidung ab, von 155,67 auf etwa 156 pro Dollar. Händler hatten den Schritt größtenteils bereits eingepreist.
Bitcoin (BTC) reagierte jedoch prompt: der Kurs stieg von 85.200 Dollar auf 88.100 Dollar.

Warum der Bitcoin-Kurs steigt
In der Erklärung erkannte die Bank of Japan an, dass die Inflation seit geraumer Zeit über dem Ziel von 2 Prozent liegt. Dies ist unter anderem auf höhere Importpreise und eine stärkere inländische Preisentwicklung zurückzuführen. Gleichzeitig gab die Zentralbank an, dass der realzinssatz, inflationsbereinigt, weiterhin negativ ist. Die Geldpolitik bleibt somit stimulierend.
Für Bitcoin-Anleger ist das wichtig. Solange weltweit eine lockere Geldpolitik herrscht, bleiben knappe Vermögenswerte wie Bitcoin attraktiv.
Keine massive Kapitalabfluss aus risikoreichen Anlagen
Einige Analysten befürchteten, dass höhere Zinsen in Japan das Ende des sogenannten Yen-Carry-Trades bedeuten könnten. Dabei wird günstig in Yen geliehen, um in Märkte mit höheren Renditen zu investieren. Wenn dieser Handel abgebaut wird, könnte dies weltweit Druck auf die Märkte ausüben – auch auf Krypto.
Doch das blieb aus. Der Zinsunterschied zwischen Japan und den USA bleibt erheblich, wodurch der Yen als Finanzierungswährung günstig bleibt. Ein massiver Kapitalabfluss aus risikoreichen Anlagen, einschließlich Bitcoin, blieb aus.
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