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Zum Einschlafen – so lässt sich der Kryptomarkt derzeit wohl am besten beschreiben. Bitcoin (BTC) ist für seine starken Kursschwankungen bekannt, doch zuletzt war davon wenig zu sehen. Der Kurs der größten Kryptowährung steckt fest. Drei Faktoren sprechen jedoch dafür, dass eine größere Bewegung bevorsteht.
Der erste Grund ist die historisch niedrige Volatilität von Bitcoin, also das Ausmaß der Kursschwankungen. Dass sich die größte Kryptowährung im Chart kaum bewegt, ist zugleich der wichtigste Hinweis auf einen möglichen Ausbruch.
Man könnte es auch die Ruhe vor dem Sturm nennen.
Es gibt zwei Arten von Volatilität, die unterschiedliche Fragen beantworten. Die realisierte Volatilität misst, wie stark sich der Kurs tatsächlich bewegt hat. Die implizite Volatilität zeigt, welche Schwankungen der Optionsmarkt einpreist.
Der Bitcoin Historical Volatility Index von BitMEX (BVOL) gehört zur ersten Kategorie. Er liegt derzeit auf einem Niveau, das seit 2016 nur wenige Male erreicht wurde.

Der Bitcoin Volatility Index von Deribit (DVOL) misst die Erwartungen des Optionsmarkts. Das Bild fällt dort kaum anders aus. Deribit ist die größte Kryptobörse für Optionen und leitet aus den eigenen Preisen ab, welche Bewegungen der Markt für den kommenden Monat einpreist.

Auch ein Blick auf den Kurschart zeigt dasselbe Bild. Bitcoin steckt seit 43 Tagen in einer engen Spanne zwischen etwa 62.000 und 67.000 Dollar fest.
Wird diese Spanne etwas weiter gefasst, bis hinunter auf 58.000 Dollar, dauert die Seitwärtsbewegung sogar schon 76 Tage an.

Der zweite Grund liegt im Hebel. Händler leihen sich immer mehr Kapital, um größere Positionen einzugehen. Das zeigt sich am steigenden Open Interest.
Open Interest bezeichnet den Gesamtwert der noch offenen Terminkontrakte. Steigt diese Kennzahl, kommen netto neue Positionen hinzu. Damit befindet sich auch mehr geliehenes Kapital im Markt.
Diese Positionen haben nur wenig Spielraum. Wer mit einem Zehnerhebel handelt, verliert seinen Einsatz bereits bei einer Bewegung von 10 Prozent in die falsche Richtung. Bei einer Short-Position, also einer Wette auf fallende Kurse, muss zurückgekauft werden. Bei einer Long-Position, also einer Wette auf steigende Kurse, wird verkauft.
Das treibt den Kurs weiter in dieselbe Richtung, wodurch die nächsten Positionen aus dem Markt gedrängt werden. So entsteht eine Kaskade von Liquidationen, der Treiber der schnellsten Kursbewegungen.
In einer engen Handelsspanne bauen sich solche Positionen auf beiden Seiten auf. Bricht der Kurs aus, gerät eine Seite massenhaft unter Druck und die Bewegung beschleunigt sich von selbst.
Für den dritten Grund lohnt sich ein weiterer Blick auf den Bitcoin-Kurs. Er nähert sich der Oberseite des Falling Wedge, eines fallenden Keilmusters aus zwei aufeinander zulaufenden Linien.

Dieses Muster prägt den gesamten Bärenmarkt. Die obere Linie verläuft vom Hoch im Oktober 2025 abwärts und drückte den Kurs im Mai noch im Bereich von 83.000 Dollar zurück.
Inzwischen liegt diese Linie bei rund 69.000 Dollar. Damit gibt es zwei Szenarien.
Bricht Bitcoin nach oben aus, wäre der Kryptowinter beendet. Wird der Kurs erneut abgewiesen, folgt ein neues Tief und Bitcoin bewegt sich weiter in Richtung Apex, also des Punkts, an dem beide Linien zusammenlaufen.
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