Bitcoin erholte sich am Mittwoch auf 66.000 Dollar, nachdem der Kurs zuvor unter Druck geraten war. Bei Eröffnung der Wall Street erreichte der Bitcoin-Kurs auf Bitstamp sogar kurzzeitig 66.300 Dollar. Diese Erholung ging mit auffälligen Gerüchten in den sozialen Medien einher.
Einige spekulieren darauf, dass der vermeintliche Verkaufsdruck der US-amerikanischen Handelsfirma Jane Street möglicherweise nachgelassen hat. Doch wie ernst sollten Anleger diese These nehmen? Konnte diese Firma den Bitcoin-Kurs tatsächlich so stark nach unten drücken?
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Gerücht: Täglicher „10-Uhr-Dump” durch Jane Street
Auf X kursiert die Theorie, dass Jane Street seit Oktober 2025 mithilfe eines Algorithmus täglich um 10:00 Uhr Eastern Time Bitcoin verkauft haben soll. Befürworter dieser These sehen darin eine wesentliche Ursache für den monatelangen Abwärtsdruck.
Auslöser dieser Spekulation ist ein laufendes Gerichtsverfahren zwischen Jane Street und dem insolventen Terraform Labs. In diesem Fall wird über angebliche Marktmanipulation während des Bärenmarktes 2022 diskutiert, dem Jahr, in dem Bitcoin schließlich ein Tief bei rund 15.600 Dollar erreichte.
Jane Street bezeichnet die Anschuldigungen als „unbegründet und opportunistisch“. Viele Analysten bleiben ebenfalls skeptisch. Die Vorstellung, dass eine einzige Partei systematisch den Markt zu einem festen Zeitpunkt beeinflussen könnte, wird von Kritikern als zu simpel für einen Markt dieser Größe angesehen.
Geringe Orderbücher verstärken Volatilität
Unabhängig von den Gerüchten weisen Händler auf eine wahrscheinlichere Ursache für die Kursrückgänge hin: extrem dünne Orderbücher.
Laut Material Indicators war die Liquidität an den Börsen „dünn wie Papier”. Wenn nur wenige Verkaufsaufträge über dem Markt liegen, kann bereits eine relativ kleine Kaufwelle zu starken Preisbewegungen führen.
Darüber hinaus wurde ein Teil der Verkaufsliquidität vor Trumps State of the Union-Rede aus dem Markt genommen. Dies schaffte Raum für einen schnelleren Anstieg. Das Ergebnis: Short-Positionen gerieten unter Druck, und der Bitcoin-Kurs konnte weiter steigen.
$333 Millionen an Liquidationen
Laut Daten von CoinGlass wurden innerhalb von 24 Stunden Krypto-Positionen im Wert von 333 Millionen Dollar liquidiert. Davon entfielen etwa 213 Millionen Dollar auf Shortpositionen. Dies deutet darauf hin, dass die Aufwärtsbewegung teilweise durch Short Squeezes angetrieben wurde, bei denen Händler gezwungen waren, ihre Verkaufspositionen zu schließen.
Trotz der Erholung von Bitcoin bleibt die technische Situation fragil. Der populäre Analyst Jelle weist darauf hin, dass der Kurs von 66.000 Dollar mit alten Range-Tiefs sowie einer wichtigen 4-Stunden-Trendlinie zusammenfällt. Solange Bitcoin dieses Niveau nicht überzeugend als Unterstützung zurückerobert, bleibt der Trend kurzfristig abwärtsgerichtet.
Ein deutlicher Durchbruch über dieses Niveau könnte eine vorübergehende „Erholungsrallye” auslösen. Ohne eine strukturelle Erholung der Liquidität und des Momentums ist jedoch weiterhin Vorsicht geboten.
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