Ein Opfer hat diesen Monat 91 Millionen Dollar an Bitcoin durch einen raffinierten Betrug verloren. Das berichtet der bekannte On-Chain-Forscher ZachXBT. Laut ihm gaben sich die Täter sowohl als Kundenservice einer Börse als auch eines Hardware-Wallet-Herstellers aus.
Die Kriminellen konnten den Anleger überzeugen, sensible Informationen preiszugeben. Anschließend wurden die Bitcoins abgezweigt. Die Täter verwendeten unter anderem Wasabi Wallet, eine auf Privatsphäre ausgerichtete Geldbörse, die letztes Jahr vom amerikanischen Markt verschwand.
Keine Rolle für Nordkorea
Auffällig ist, dass Nordkorea dieses Mal nicht hinter dem Diebstahl steckte. Das Regime in Pjöngjang wird oft bei großen Krypto-Hacks genannt. ZachXBT betont, dass die Täter wahrscheinlich Einzelpersonen oder Gruppen sind, die persönliche Daten durch frühere Datenlecks erlangten.
Laut dem Forscher sind soziale Manipulationstricks so effektiv, weil viele persönliche Daten von Menschen öffentlich zugänglich sind. „Das macht es für Kriminelle einfach, sich glaubwürdig als Mitarbeiter einer Börse oder eines Wallet-Herstellers auszugeben,“ so ZachXBT.
Vorschläge für mehr Schutz
Der Forscher drängt große Unternehmen wie Coinbase dazu, mehr zu tun, um ihre Kunden zu schützen. So sollten Telefonnummern für erfahrene Nutzer, die bereits mit einer App oder einem physischen Schlüssel gesichert sind, optional sein. Er plädiert auch für einen speziellen Kontotyp für Anfänger und Ältere, der keine direkten Abhebungen zulässt.
Darüber hinaus möchte er, dass Unternehmen aktiver Phishing-Domains blockieren und Vorfälle schneller untersuchen. Abschließend weist er auf die Rolle amerikanischer Unternehmen hin, die Datenbanken verwalten und deren Informationen oft von Kriminellen missbraucht werden.
Andere spektakuläre Verluste
Die Bitcoin-Welt kennt weitere Beispiele für dramatische Verluste. Im Jahr 2021 verlor ein Deutscher Hunderte Millionen Dollar an Bitcoin, weil er das Passwort seiner Festplatte nicht mehr wusste. Trotz zahlreicher Versuche bleibt die Festplatte bis heute verschlossen.
Ein anderer bekannter Fall ist die kanadische Börse QuadrigaCX, deren Gründer 2018 plötzlich verstarb. Er war der Einzige mit Zugang zu den digitalen Schlüsseln. Dadurch konnten mehr als 115.000 Kunden nicht mehr auf ihr Geld zugreifen, zusammen gut für über 190 Millionen Dollar an Kryptowährungen.
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