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Binance, die größte Kryptobörse der Welt, darf ab morgen in Europa nicht mehr tätig sein. Gründer Changpeng Zhao macht dafür politische Einflussnahme verantwortlich. Der frühere Unternehmenschef betont, der MiCA-Antrag sei vollständig gewesen und habe kurz vor der Genehmigung gestanden, bis in letzter Minute interveniert worden sei.
„Zwei EU-Staaten wollten den Binance-Antrag an sich ziehen. Dadurch entstand ein Hin und Her, fast ein Bieterwettstreit. Am Ende setzten sich aber andere Kräfte durch.“
Das sagte CZ in der ersten Folge von The Starting Block, einer neuen täglichen Sendung von The Block.
Derzeit kursiert das Gerücht, EZB-Präsidentin Christine Lagarde habe den Antrag blockiert. CZ bestätigte das nicht, wies es aber auch nicht zurück. Er sagte lediglich, er habe dieselben Informationen online gesehen, allerdings ohne Belege.
Nach Einschätzung von Zhao, der Binance von der Gründung 2017 bis Ende 2023 führte, ist das Ergebnis eine „Lose-lose-Situation“: ein Rückschlag für Binance und für Europa.
CZ zog einen Vergleich zu Japan und Singapur. In Japan hatte Binance bereits 2018 Warnungen der Aufsichtsbehörden erhalten, bekam Anfang 2023 aber dennoch eine vollständige Lizenz der JFSA. In Singapur musste sich die Börse 2021 zurückziehen, woraufhin Nutzer zu FTX abwanderten. „Wie das endete, ist bekannt“, sagte er mit Blick auf den spektakulären Kollaps dieser Börse.
In der vergangenen Woche teilte Binance mit, den Antrag bei der griechischen Aufsichtsbehörde vorsorglich zurückgezogen zu haben. CEO Richard Teng sagte, das Unternehmen arbeite weiter daran, „in den kommenden Monaten“ doch noch eine Lizenz zu erhalten.
Medienberichten zufolge bestanden jedoch weiterhin Bedenken hinsichtlich der Geldwäschekontrollen und der Eignung von Gründer CZ. Letzteres ist heikel. Zhao bekannte sich 2023 schuldig, gegen US-Vorschriften zur Geldwäscheprävention verstoßen zu haben, und verbrachte dafür vier Monate in einem US-Gefängnis.
CZ selbst beharrt darauf, dass mit dem Antrag nichts nicht in Ordnung gewesen sei. Er sei „vollständig“ gewesen und habe kurz vor der Genehmigung gestanden.
Die MiCA-Frist läuft morgen, am 1. Juli, ab. Ab dann müssen Kryptounternehmen ohne Lizenz ihre Aktivitäten in der Europäischen Union einstellen. MiCA ist das europäische Kryptogesetz, das eine solche Lizenz für Dienstleistungen an Kunden in der EU vorschreibt.
Von den mehr als 3.000 Kryptoanbietern, die zuvor bei nationalen Aufsichtsbehörden registriert waren, bleiben nur noch 244 mit einer MiCA-Lizenz übrig.
Neben Binance müssen sich auch bekannte Namen wie MEXC, Upbit, Bitget, Bitfinex, BitX und Bithub aus dem Markt zurückziehen. Auf dieser Seite ist aufgeführt, welche Anbieter bleiben dürfen und welche nicht.
Für Nutzer bedeutet das: Der aktive Handel auf solchen Plattformen endet, andernfalls können die Aufsichtsbehörden hart durchgreifen. Guthaben lassen sich weiterhin abheben oder auf eine andere Börse übertragen. Binance hatte in der vergangenen Woche bereits Kunden in Frankreich, Italien, Spanien und Polen per E-Mail über die Entwicklung informiert.
Wer Krypto-Vermögen bei Binance oder einer anderen Börse ohne Lizenz hält, sollte zeitnah handeln und zu einem regulierten Anbieter wechseln.
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