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Binance steht in Europa vor einem schweren Rückschlag. Die größte Kryptobörse der Welt erhält nicht rechtzeitig eine Zulassung nach der neuen europäischen Kryptoregulierung MiCA. Damit darf die Plattform ab dem 1. Juli vorerst keine Dienste mehr für Kunden in der Europäischen Union anbieten.
Nutzer in Frankreich, Italien, Spanien und Polen haben in dieser Woche unter anderem E-Mails erhalten, in denen Binance die Folgen für ihre Konten erläutert. Die Börse betont, dass die Guthaben sicher bleiben und Kunden ihre Kryptowährungen nicht vor dem 1. Juli abziehen müssen. Dennoch sorgt die Nachricht für Unruhe, viele europäische Nutzer scheinen inzwischen auf andere Kryptobörsen auszuweichen.
Ab dem 1. Juli 2026 müssen alle Kryptounternehmen, die in der Europäischen Union tätig sind, über eine Zulassung nach der Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA) verfügen. Ohne diese Zulassung dürfen sie europäischen Kunden keine Dienste mehr anbieten.
Nach Informationen der Financial Times geriet der Zulassungsantrag von Binance in Griechenland ins Stocken. Die Börse zog den Antrag schließlich zurück und konzentriert sich nun auf einen neuen Antrag in Frankreich. Selbst wenn dieser rasch genehmigt wird, dürfte die Zulassung erst Monate nach Ablauf der MiCA-Frist vorliegen.
Binance erklärt, den griechischen Antrag vorsorglich zurückgezogen zu haben, und rechnet weiterhin mit einer schnellen Genehmigung in einem anderen EU-Mitgliedstaat.
„Europa bleibt für Binance ein zentraler Markt. Wir haben uns entschieden, unseren Antrag in Griechenland zurückzuziehen und die Zulassung in einem anderen Mitgliedstaat zu beantragen. Wir rechnen damit, die MiCA-Zulassung in den kommenden Monaten zu erhalten.“
Nach Angaben von Quellen der Financial Times versuchte Binance, die griechische Aufsicht mit Plänen für ein Büro, Neueinstellungen und Investitionen in Milliardenhöhe zu überzeugen. Dennoch seien Bedenken wegen der Geldwäschekontrollen der Börse und der Eignung von Gründer Changpeng Zhao geblieben.
Binance weist diese Darstellung zurück. Das Unternehmen erklärt, der Antrag habe alle Anforderungen erfüllt, und betont, dass der Zulassungsantrag in Griechenland aus eigenem Antrieb zurückgezogen worden sei.
Eine vorübergehende Einstellung der Dienstleistungen in Europa wäre für Binance ein weiterer Rückschlag. Die Börse bemüht sich seit Jahren, sich stärker als regulierter Handelsplatz zu positionieren.
Der Kurswechsel folgte auf den Vergleich mit den US-Behörden im Jahr 2023. Binance bekannte sich schuldig, gegen US-Vorschriften zur Geldwäschebekämpfung und gegen Sanktionsrecht verstoßen zu haben, und zahlte mehr als 4,3 Milliarden Dollar an Strafen. Gründer Changpeng Zhao trat als CEO zurück, bekannte sich ebenfalls schuldig und verbrachte anschließend vier Monate in einem US-Gefängnis.
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