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Steve Eisman, der durch seine erfolgreiche Short-Position gegen den US-Hypothekenmarkt vor der Finanzkrise 2008 weltbekannt wurde, zeigt kein Interesse an dem bevorstehenden Börsengang von Elon Musks SpaceX.
In einem Interview mit CNBC sagte Eisman, er sei einfach „kein Fan“ des IPO. Interessanterweise stützt er seine Kritik nicht nur auf die Bewertung, sondern vor allem auf das Prospekt von SpaceX selbst.
Demnach liest sich das Prospekt laut Eisman mitunter mehr wie Science-Fiction als wie ein traditionelles Börsendokument.
Eisman wies unter anderem auf die Ambitionen von SpaceX im Bereich des Asteroidenbergbaus hin. Das fand er eigenen Angaben zufolge vor allem amüsant.
Seine größere Sorge gilt jedoch der künstlichen Intelligenz. Laut Eisman versucht SpaceX sich zunehmend als KI-Unternehmen darzustellen, obwohl das Unternehmen für Investoren historisch vor allem für Raketen, Raumfahrt und Starlink stand.
Dieser Unterschied ist wichtig. Der Börsengang von SpaceX erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem alles mit KI eine enorme Prämie erhält. Gelingt es SpaceX, sich teilweise als KI-Unternehmen darzustellen, könnte das die Bewertung stützen.
Laut Eisman zeigt das Prospekt, dass die Investitionsausgaben von SpaceX enorm gestiegen sind. Die Kapitalausgaben als Prozentsatz des Umsatzes stiegen von 42 Prozent im Geschäftsjahr 2023 auf 215 Prozent im jüngsten Quartal.
Dieser Anstieg wird ihm zufolge vor allem durch KI-Infrastruktur getrieben. Eisman ist darüber skeptisch. Er bezeichnet Grok, das KI-Produkt von SpaceX, als kein Unternehmen von Weltklasse. Zudem warnt er, dass KI-Ergebnisse zunehmend zur Massenware werden; etwas, das jeder machen kann.
Kern von Eismans Kritik ist, dass er wenig nachhaltige Wettbewerbsvorteile in der KI sieht. Er stellt fest, dass KI-Leistungen im Allgemeinen stark standardisiert werden und es wenige echte Moats gibt.
Das ist ein direkter Angriff auf eine der wichtigsten Annahmen hinter der aktuellen KI-Rally. Investoren zahlen enorme Bewertungen für Unternehmen, von denen sie erwarten, dass sie jahrelang außergewöhnliche Gewinne erzielen können.
Doch wenn KI schneller zum Standardprodukt wird als zur einzigartigen Machtposition, könnten diese Bewertungen unter Druck geraten. Für SpaceX ist das besonders relevant, da das Unternehmen laut Eisman seine zukünftige Wachstumsstory zunehmend mit KI verknüpft.
SpaceX will zu einem Preis von 135 Dollar pro Aktie an die Börse gehen. Damit würde das Unternehmen mit etwa 1,77 Billionen Dollar bewertet werden. Das macht den Börsengang zu einem der größten Tests für die Wall Street seit Jahren.
Befürworter sehen SpaceX als einzigartige Kombination aus Raumfahrt, Satelliteninternet, Verteidigung, KI und Infrastruktur. Kritiker sehen vor allem eine extrem hohe Bewertung in einem Markt, der bereits stark auf KI-Euphorie baut.
Alles scheint sich derzeit um künstliche Intelligenz zu drehen. Wer nicht mitzieht, verliert nach Ansicht des Kolumnisten den Anschluss.
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