Anthropic, das Unternehmen hinter dem KI-Assistenten Claude, hat mehrere Angebote von Investoren für eine neue Finanzierungsrunde erhalten, die das Unternehmen mit etwa 800 Milliarden Dollar bewerten würde. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf Insider.
Diese Bewertung liegt deutlich über den rund 350 Milliarden Dollar, die Anthropic noch im Februar bei einer früheren Kapitalrunde zugewiesen wurden. Bemerkenswert ist, dass das Unternehmen die neuen Vorschläge bisher abgelehnt hat.
Umsatz legt kräftig zu
Das Interesse der Investoren ist leicht nachzuvollziehen. Anthropic berichtete Anfang des Monats, dass es einen Jahresumsatz von 30 Milliarden Dollar erzielt – ein deutlicher Anstieg gegenüber 19 Milliarden Dollar vor wenigen Monaten. Dieses Wachstum wird durch Geschäftskunden angetrieben, die für KI-Tools in den Bereichen Codierung, Cybersicherheit und Geschäftsprozesse bezahlen.
Das Unternehmen tritt zunehmend in direkten Wettbewerb mit OpenAI und gewinnt bei großen Unternehmen an Boden. Diese Kombination aus schnellem Umsatzwachstum und wachsendem Marktanteil macht Anthropic zu einer der begehrtesten Investitionen im KI-Sektor.
Börsengang möglicherweise im Oktober
Anthropic prüft auch einen Börsengang, möglicherweise schon im Oktober dieses Jahres. Das macht eine neue Finanzierungsrunde komplexer. Wenn das Unternehmen kurz vor einem IPO noch Kapital zu einer Bewertung von 800 Milliarden Dollar aufnimmt, setzt das die Messlatte für den Börsengang hoch.
Ob Anthropic tatsächlich neues Kapital annimmt, ist noch unsicher. Laut Bloomberg befinden sich die Gespräche noch in einem frühen Stadium und die Bedingungen können sich noch ändern. Das Unternehmen schließt eine neue Runde nicht aus, stimmt aber vorerst nicht den aktuellen Vorschlägen der Investoren zu.
Mythos-Modell zu mächtig für breite Veröffentlichung
Anthropic steht auch im Fokus wegen seines neuesten KI-Modells, Mythos. Das Unternehmen hält es für unverantwortlich, das Modell breit auszurollen, da es in der Lage ist, Software-Schwachstellen zu identifizieren und aktiv auszunutzen.
Diese Entscheidung führte zur Gründung von Project Glasswing, einer Kooperation mit über 40 Technologieunternehmen, um diese Fähigkeiten gezielt zur Identifikation und Schließung von Sicherheitslücken zu nutzen.
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