Die amerikanische Kryptobranche blickt gespannt auf den heiß ersehnten Clarity Act. Dieses umfassende Kryptogesetz könnte massive Auswirkungen auf den Stablecoin-Sektor haben. Laut Analysten von Bernstein profitiert vor allem Circle (CRCL), der Herausgeber von USDC, von einem wichtigen Kompromiss im Gesetzentwurf.
Zinskompromiss sichert Einnahmemodell
Am 14. Mai stimmten US-Gesetzgeber mit 15 zu 9 Stimmen für die Fortsetzung des Clarity Act innerhalb eines Senatsausschusses. Bestandteil des Vorschlags ist eine Bestimmung, die es Stablecoin-Emittenten verbietet, Zinsen auszuzahlen, die vergleichbar mit einem traditionellen Bankdepot sind, wenn Nutzer ihre Stablecoins passiv halten.
Erlaubt bleiben Belohnungen, die mit tatsächlicher Nutzung verbunden sind, wie Zahlungen oder Handelsaktivitäten. Bernstein zufolge verhindert diese Formulierung einen möglichen Wettbewerb, bei dem Anbieter versuchen, sich mit immer höheren Renditen zu überbieten.
Für Circle ist dies vorteilhaft. Das Unternehmen zahlt selbst keine direkten Zinsen auf USD Coin (USDC), arbeitet jedoch mit Distributions- und Belohnungsmodellen über Partner wie Coinbase.
Bernstein-Analysten sehen hier eine gute Position für Circle im Stablecoin-Sektor. Das Analyseunternehmen hält daher eine Outperform-Empfehlung für Circle mit einem Kursziel von 190 Dollar aufrecht. Auch Coinbase behält eine positive Bewertung. Der aktuelle CRCL-Kurs liegt bei 114 Dollar.
Stablecoin-Volumen streben 100 Billionen Dollar an
Der Stablecoin-Markt wächst weiter stark. Der Gesamtwert der dollar-gebundenen Stablecoins überschritt diese Woche erstmals die 300 Milliarden Dollar-Marke. Tether (USDT) bleibt Marktführer, gefolgt von USDC. Zusammen repräsentieren beide Coins etwa 97 Prozent des gesamten Marktwerts.

Die Transaktionswachstumsrate ist noch höher. Laut April-Daten beläuft sich das bereinigte monatliche Transaktionsvolumen derzeit auf etwa 15 Billionen Dollar. Auf Jahresbasis entspricht das rund 100 Billionen Dollar, verglichen mit etwa 55 Billionen Dollar im Jahr 2025.
Bernstein sieht zudem großes Potenzial in sogenannten ‚agentic payments‘, bei denen KI-Systeme selbstständig Zahlungen ausführen. Das x402-Protokoll beispielsweise, das es Software ermöglicht, direkt andere Software über Stablecoins zu bezahlen, hat seit der Einführung bereits mehr als 112 Millionen Transaktionen abgewickelt. USDC ist an über 99 Prozent dieser Transaktionen beteiligt.
Der Clarity Act muss noch mehrere Hürden überwinden, bevor eine endgültige Genehmigung erfolgt. Doch Schritt für Schritt nähert sich das Gesetz seiner Verabschiedung. Der Markt beobachtet daher vorerst, wie sich der politische Prozess weiterentwickelt.
Südafrika will Stablecoin-Zahlungen beschränken
Südafrika will Stablecoin-Zahlungen ins Ausland den Devisenvorschriften unterwerfen. Die Kryptobranche fürchtet Wettbewerbsnachteile.
Stablecoin-Anbieter Bridge erhält MiCA-Lizenz für Europa
Der Stablecoin-Anbieter Bridge erhält die europäische MiCA-Zulassung. Zugleich kommen drei deutsche Banken hinzu, während die Zahl regulierter Kryptoanbieter weiter wächst.
Stablecoin-Wallets für KI-Agenten: Cloudflare und die Zukunft des Bezahlens
Stablecoins werden zum Geld der Maschinen. Coinbase liefert die Zahlungsinfrastruktur, Visa und Mastercard stoßen bei Cloudflare dazu.
Meist gelesen
Kryptomarkt prognostiziert XRP-Kurs für den 31. August
Polymarket-Händler rechnen damit, dass XRP den August unter 1,20 Dollar beendet – trotz positiver Entwicklungen rund um den XRP Ledger.
Ehemaliger ASML-Forscher bringt China bei entscheidender EUV-Lichtquelle voran
China kommt eigenen EUV-Chipmaschinen dank eines früheren ASML-Wissenschaftlers näher – doch ASML bleibt vorerst vorn.
SWIFT greift Ripples Kernidee auf: Braucht es XRP noch?
SWIFT macht bei Blockchain-Zahlungen einen großen Schritt. Was bedeutet das für Ripple, und wird XRP für internationale Transaktionen noch gebraucht?
