Die größten Bitcoin (BTC)-Miner der Welt sitzen auf einer Goldmine, die nichts mit BTC zu tun hat. Laut einer neuen Analyse von Bernstein sind die Unternehmen, die normalerweise das Bitcoin-Netzwerk betreiben, zu einem unverzichtbaren Bestandteil der KI-Revolution geworden.
Strom ist das neue Gold
Bitcoin Miner kontrollieren laut Bernstein mehr als 27 Gigawatt an geplanter Stromkapazität und haben KI-Verträge im Wert von über 90 Milliarden Dollar in der Tasche. Diese Vereinbarungen decken 3,7 Gigawatt ab und laufen über Hyperscaler, Neocloud-Anbieter und Chiphersteller.
Das Problem für KI-Unternehmen ist simpel: Nicht die Chips, sondern der Strom ist knapp. Die Analysten Gautam Chhugani, Mahika Sapra, Sanskar Chindalia und Harsh Misra schreiben, dass der Zugang zum Stromnetz die größte Hürde beim Ausbau von KI-Rechenzentren geworden ist.
Bitcoin-Mining ist der Prozess, bei dem Computer mit enormer Rechenleistung das Bitcoin-Netzwerk absichern und Transaktionen validieren, im Gegenzug für neue BTC. Diese Operation erfordert riesige Rechenzentren mit Stromnetzanschlüssen, und genau diese Infrastruktur ist jetzt Gold wert.
Warten auf das Stromnetz dauert Jahre
Wer jetzt ein neues Rechenzentrum bauen will, muss zunächst die Genehmigung des lokalen Energieversorgers für einen Stromnetzanschluss einholen. Dieser Prozess dauert im Durchschnitt mehr als vier Jahre, selbst in rechenzentrumsfreundlichen Bundesstaaten wie Texas.
„Die durchschnittliche Wartezeit, um ein Gigawatt Strom zu sichern, beträgt in den Vereinigten Staaten nicht weniger als etwa 50 Monate, und selbst in politisch wohlwollenden Staaten wie Texas folgt der Versorger einem Chargenbewertungsprozess, um die Warteschlange und die Netzbelastung zu steuern“, schreiben die Analysten.
In einfachen Worten: Das Stromnetz ist überlastet, und Anfragen werden in Gruppen bearbeitet, da ein gleichzeitiger Anschluss das Netz überlasten würde.
Strengere Vorschriften und lokaler Widerstand gegen große Rechenzentren verschärfen das Problem. Anwohner beklagen sich zunehmend über den Lärm, den Wasserverbrauch und die Auswirkungen auf den Strompreis.
Bitcoin-Miner sind davon wenig betroffen. Sie arbeiten seit Jahren an Standorten mit enormer Stromkapazität und wissen genau, wie man ein energiehungriges Rechenzentrum betreibt.
Für KI-Unternehmen, die Jahre sparen wollen, sind die Miner damit ein wertvoller Partner.
Halving zwingt Miner zum Umdenken
Hinter dem Strategiewechsel steckt harte ökonomische Realität. Seit dem Bitcoin-Halving 2024, dem Zeitpunkt, an dem die Belohnung für Miner halbiert wurde, stehen die Gewinnspannen massiv unter Druck.
Daher suchen immer mehr Miner ihr Glück in der KI-Infrastruktur. Bernstein bezeichnet dies als fundamentalen Wandel: Unternehmen, die einst nur Bitcoin produzierten, entwickeln nun Hochleistungsrechner für KI-Kunden.
Soluna Holdings verzeichnete im ersten Quartal einen Umsatzanstieg von 58 Prozent, hauptsächlich dank der Rechenzentrum-Hosting-Dienste. Krypto-Mining wurde dort zu einem kleineren Teil des Gesamtumsatzes.
Bernstein nennt IREN als Paradebeispiel für den Wandel. Das Unternehmen würde sich nach milliardenschweren Deals mit Microsoft weitgehend zu einem KI-Cloud-Anbieter wandeln.
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