Die traditionelle Finanzwelt steht vor einem grundlegenden Umbruch – das geht aus einem neuen Bericht der Bank of America hervor. Was jahrelang als Nischentechnologie galt, steht nun kurz davor, zum festen Bestandteil des etablierten Bankensystems zu werden: die Blockchain.

Blockchain als Rückgrat des Bankensystems

Laut einem neuen Bericht der Bank of America wird sich Blockchain-Technologie in den kommenden Jahren zu einem strukturellen Baustein des traditionellen Finanzsektors entwickeln. Die Bank zeichnet ein Zukunftsbild, in dem immer mehr Zahlungen, aber auch Finanzanlagen wie Anleihen und Aktien, über die Blockchain abgewickelt werden. Dieser Prozess heißt Tokenisierung und befindet sich derzeit in einer starken Wachstumsphase.

US-Banken experimentieren bereits intensiv. So führte JPMorgan im November seinen eigenen Deposit-Token JPM Coin ein. Ein Deposit-Token ähnelt einem Stablecoin, ist aber direkt an ein Guthaben bei einer regulierten Bank gekoppelt. Auch Citigroup arbeitet an einem eigenen Deposit-Token.

Die Technologiebörse Nasdaq testet sogar die Umwandlung von Aktien in Token. Das bringt mehrere Vorteile mit sich, etwa niedrigere Transaktionskosten und die Möglichkeit, Aktien rund um die Uhr, sieben Tage die Woche zu handeln.

Die Bank of America betont, dass es sich dabei nicht um eine abrupte Revolution, sondern um einen mehrjährigen Transformationsprozess in Richtung 2026–2027 handelt. Banken müssen sich auf eine Infrastruktur vorbereiten, in der Transaktionen, Vermögenswerte und Zahlungen zunehmend on-chain abgewickelt werden.

Übrigens sind nicht nur Banken überzeugt. Auch die Securities and Exchange Commission (SEC) unter dem Krypto-Befürworter Paul Atkins erkennt die Vorteile der Blockchain an. In einer aktuellen Rede erklärte Atkins, dass öffentliche Blockchains transparenter seien als jedes traditionelle Finanzsystem, das jemals aufgebaut wurde.

Neue Gesetzgebung treibt Banken in Richtung Krypto

Der Vormarsch der Blockchain ist nach Einschätzung der Bank of America auch auf die Politik der Trump-Regierung und neue regulatorische Entwicklungen zurückzuführen. US-Aufsichtsbehörden arbeiten an einem klaren Rechtsrahmen für Stablecoins und tokenisierte Bankguthaben.

So ist Anfang dieses Jahres der GENIUS Act in Kraft getreten. Dieses Gesetz, das im Juli 2025 unterzeichnet wurde, schafft in den Vereinigten Staaten erstmals einen klaren und offiziellen Rahmen für Stablecoins.

Die Auswirkungen des Gesetzes sind bereits spürbar. So gehört der Zahlungsriese Visa zu den Unternehmen, die nun aktiv mit Stablecoins experimentieren. Das Unternehmen gab am Dienstag bekannt, dass es in den USA Transaktionen mit USDC abwickeln wird.

Unterdessen ist der CLARITY Act noch im Gesetzgebungsverfahren. Dieses US-Gesetz soll endlich klären, welche Aufsichtsbehörde für welchen Teil des Kryptomarktes zuständig ist. Im Juli 2025 wurde der Entwurf vom Repräsentantenhaus verabschiedet. Nun befasst sich der Senat mit dem Gesetz. Erst nach Zustimmung des Senats und Unterzeichnung durch den Präsidenten kann es offiziell in Kraft treten.

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