Die dezentrale E-Mail-Plattform Dmail Network stellt den Betrieb ein. Nach fünf Jahren zieht das Web3-Projekt aufgrund steigender Kosten, enttäuschender Einnahmen und gescheiterter Finanzierungsrunden den Stecker. Der Dienst geht ab dem 15. Mai offline. Nutzern wird geraten, ihre Daten bis zu diesem Datum zu exportieren.
Millionen Nutzer, aber kein Geschäftsmodell
Dmail positionierte sich als Kommunikationsplattform für Web3. Nutzer erhielten über ihre Krypto-Wallet Zugang zu E-Mails, verschlüsselten Nachrichten und Benachrichtigungen auf der Blockchain. Die Plattform verzeichnete ein schnelles Wachstum. Im Januar 2025 belegte Dmail laut DappRadar den zweiten Platz der beliebtesten AI-Anwendungen im Kryptobereich, mit 4,9 Millionen aktiven Wallets in einem Monat.
Dennoch reichte dieses Wachstum nicht aus. Das Unternehmen konnte kein nachhaltiges Geschäftsmodell entwickeln. Versuche, über kostenpflichtige Dienste Einnahmen zu erzielen, brachten nicht das gewünschte Ergebnis.
Kosten stiegen schneller als Einnahmen
Die Ausgaben für Bandbreite, Speicher und Rechenleistung nahmen mit dem Anwachsen der Nutzerzahl schnell zu. Mehr Nutzer bedeuteten höhere Kosten, ohne dass entsprechende Einnahmen erzielt wurden.
Die finanzielle Lage verschlechterte sich weiter durch ungünstige Marktbedingungen. Mehrere Versuche, neue Investoren zu gewinnen, scheiterten. Übernahmegespräche führten zu keinem Ergebnis. Der Abgang wichtiger Teammitglieder erschwerte es zunehmend, die technische Infrastruktur am Laufen zu halten.
Token fiel auf historischen Tiefstand
Der eigene Krypto-Token von Dmail fand nie eine breite Anwendung. Die Nachfrage blieb begrenzt, und es entstand kein stabiles wirtschaftliches Fundament. Nach der Ankündigung der Schließung fiel der Tokenpreis auf einen historischen Tiefstand von etwa 0,0002 Dollar.
Breiteres Muster in Web3
Die Schließung passt in einen breiteren Trend. Mehrere Web3-Projekte haben in den letzten Monaten aufgrund von fehlender Nachfrage und Finanzierungsdruck den Betrieb eingestellt. Das DAO-Plattform Tally beendete seine Aktivitäten aufgrund mangelnden Marktpotentials. Balancer Labs stellte nach einem großen Hack von über 100 Millionen Dollar seine Tätigkeiten ein.
Die Lehre von Dmail ist klar: Nutzerwachstum allein reicht nicht aus. Ohne ein nachhaltiges Geschäftsmodell bleiben Web3-Projekte verwundbar, unabhängig von ihrer Beliebtheit. Das ist eine Warnung für die gesamte Branche, dass Wachstum ohne Einnahmen letztendlich eine Sackgasse ist.
60 Milliarden Dollar in Tokenisierung: Die Hälfte des Markts ist kaum aktiv
Die Tokenisierung von Finanzanlagen klingt vielversprechend, doch der Erfolg bleibt bislang deutlich hinter den Erwartungen zurück. Das sollten Anleger wissen.
Ethereum, Solana und Avalanche: Diese großen Upgrades kommen 2026
In der Kryptobranche verlagert sich der Fokus 2026 zunehmend von Kursschwankungen auf die Technologie hinter Blockchain-Netzwerken.
Durchbruch bei der Tokenisierung: Ondo bringt Stimmrechte für digitale Aktien
Ondo Finance arbeitet mit dem Infrastrukturspezialisten Broadridge zusammen. Dadurch können Inhaber von mehr als 250 tokenisierten Aktien direkt über ihre Wallet abstimmen.
Meist gelesen
XRP verschwindet in großem Stil von Binance: Was bedeutet das für den Kurs?
Viele XRP-Halter ziehen ihre Coins von der Kryptobörse Binance in eigene Wallets ab. Kann das dem Kurs neuen Schwung geben?
AI-Prognose: Wie wahrscheinlich ist es, dass XRP bis 2030 auf 20 Dollar steigt?
Das KI-Modell ChatGPT schätzt die Wahrscheinlichkeit für einen XRP-Kurs von 20 Dollar im Jahr 2030 als gering ein. Die mittlere Prognose liegt deutlich niedriger.
Wie viel XRP braucht man, um 2035 in Rente zu gehen?
Laut Analysten benötigst du diese Menge an XRP, um 2035 in den Ruhestand zu gehen. Die Antworten könnten überraschen.
