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Privatanleger bleiben mit Blick auf die Aktienmärkte grundsätzlich zuversichtlich, werden bei den Bewertungen aber zunehmend kritischer – vor allem bei Technologie- und KI-Aktien. Das zeigt die jüngste Quartalsumfrage des Brokers LYNX. Zwar bleiben Künstliche Intelligenz und US-Wachstumswerte beliebt, doch die Sorgen über hohe Bewertungen, Zinsen und geopolitische Spannungen nehmen spürbar zu.
Laut der Umfrage sehen Anleger KI weiterhin als einen der wichtigsten Wachstumstrends der kommenden Jahre. Zugleich halten 72 Prozent der Befragten KI-Aktien inzwischen für zu teuer. Knapp drei von zehn Anlegern verzichten deshalb bewusst vollständig auf Investments in KI.
Auch bei den Branchenpräferenzen zeigt sich ein ambivalentes Bild. Technologie ist mit gut 32 Prozent der beliebteste Sektor für die kommenden sechs Monate. Gleichzeitig halten mehr als acht von zehn Anlegern US-Aktien für überbewertet. Nach Einschätzung von LYNX laufen Privatanleger der KI-Rally damit nicht blind hinterher, sondern wägen Chancen zunehmend gegen den dafür zu zahlenden Preis ab.
Der Optimismus an den Börsen ist nicht verschwunden, Anleger agieren aber vorsichtiger. Fast vier von zehn Befragten erwarten, dass der MSCI-World-Index in den kommenden sechs Monaten fallen wird. Rund drei von zehn rechnen dagegen mit einem Anstieg, die Stimmung bleibt damit gespalten. Zugleich gibt mehr als ein Drittel an, weniger Risiko einzugehen als noch vor einem Quartal.
Während geopolitische Spannungen zuvor die größte Sorge waren, rücken nun hohe Bewertungen und die Zinsentwicklung stärker in den Fokus. Der Anteil der Anleger, die hohe Bewertungen als wesentliches Marktrisiko sehen, ist innerhalb eines Quartals von 11 auf 45 Prozent gestiegen. Auch die Zinssorgen haben zugenommen. Mehr als die Hälfte rechnet inzwischen damit, dass die Zinsen in den USA in den kommenden zwölf Monaten weiter steigen.
Obwohl die Vereinigten Staaten für viele Anleger wegen ihrer starken Position in Technologie und KI der wichtigste Aktienmarkt bleiben, hat die Begeisterung nachgelassen. Fast ein Drittel der Befragten hat das Engagement in US-Aktien reduziert, während etwas mehr Anleger ihre Positionen in europäischen Aktien ausgebaut haben.
Nach Einschätzung von LYNX dürfte diese Verschiebung vor allem auf Risikomanagement zurückgehen. Anleger suchen stärker nach Diversifikation und sind wegen der hohen Bewertungen amerikanischer Technologieunternehmen zurückhaltender geworden. Gleichzeitig bleibt KI für viele Anleger ein wichtiger langfristiger Trend. Gewachsen ist jedoch die Überzeugung, dass bei den aktuellen Preisen nicht jedes Investment noch attraktiv ist.
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