Die amerikanische Zentralbank, die Federal Reserve (Fed), hält den Atem an. Während das Weiße Haus behauptet, dass die neuen Importzölle „kaum Auswirkungen“ auf die Inflation haben, gibt es bei der Fed andere Töne. Politikgestalter sind vielmehr besorgt, dass die erhöhten Tarife die Inflation in den USA in der kommenden Zeit stark anheizen könnten, so berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.
Verbraucher wird Preisanstieg spüren
Nach Raphael Bostic, dem Vorsitzenden einer der zwölf regionalen Banken, der Atlanta Fed, haben viele Unternehmen bereits ihre letzten Trümpfe ausgespielt, um Preiserhöhungen hinauszuzögern. Man denke an Tricks wie das Anlegen zusätzlicher Lagerbestände oder das Vorab-Einkaufen von Produkten.
„Aber diese Strategien sind so gut wie erschöpft,“ sagt Bostic. Die Zeit, in der diese Vorräte zur Neige gehen, ist für viele Unternehmen nahe, und dann müssen sie auf teurere Optionen umsteigen. Bostic fügt hinzu: „Wir stehen jetzt an dem Punkt, an dem Preise wirklich beginnen zu wechseln, und dann wird es interessant zu sehen, wie Verbraucher darauf reagieren.“
Deshalb halten Fed-Beamte vorläufig das Tempo gedrosselt. Beth Hammack, Präsidentin der Cleveland Fed, einer der anderen regionalen Zweige der Zentralbank, betont, dass es jetzt vor allem darauf ankommt, gut zu beobachten und zuzuhören. „Vorläufig ist es klüger, unsere Hände im Rücken zu halten,“ sagt sie. „Wir müssen zuerst die Daten genau betrachten und wirklich zuhören, was in der Gesellschaft vor sich geht. Erst danach ist es Zeit für Aktionen.“
Weißes Haus widerspricht
Interessanterweise sieht das Weiße Haus die Situation ganz anders. Stephen Miran, der Leiter des Council of Economic Advisers, spielt die Bedenken herunter. Laut ihm hatten die zuvor eingeführten Importzölle kaum Einfluss auf die Inflation. „Wir führen seit Beginn dieser Regierung Zölle ein,“ sagte er in einem Interview mit Bloomberg. „Und dennoch sehen wir keinen ernsthaften Preisdruck.“
Aber ob Miran damit Recht behält, steht noch zur Debatte. Die schwersten Zölle gegen China, einschließlich einer Abgabe von sage und schreibe 145% durch die USA und einer Gegenreaktion von 125% durch China, sind erst seit dem 9. und 12. April in Kraft. Diese Maßnahmen sind also erst seit einem Monat eingeführt. Der eigentliche Effekt auf die Verbraucherpreise muss sich wahrscheinlich noch zeigen.
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