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An der Börse gab es für TeraWulf Grund zur Freude. Das Unternehmen, das früher sein Geld ausschließlich mit dem Mining von Bitcoin (BTC) verdiente, vermietet seine Rechenleistung inzwischen an die KI-Branche – und schließt nun einen Vertrag von historischem Ausmaß.
TeraWulf vermietet in den kommenden zwanzig Jahren ein Rechenzentrum an Anthropic, das Unternehmen hinter dem Chatbot Claude. Der Vertrag soll rund 19 Milliarden Dollar einbringen. Damit übertrifft das Volumen sogar den gesamten Börsenwert von TeraWulf, der derzeit bei etwa 12 Milliarden Dollar liegt.
Die Aktie legte am Montag zunächst um 19 Prozent zu, gab den Großteil der Gewinne aber wieder ab. Am Ende schloss sie rund 4 Prozent höher. Seit Jahresbeginn steht damit ein Plus von mehr als 80 Prozent zu Buche.

Anthropic mietet den Justified-Data-Campus in Hawesville im US-Bundesstaat Kentucky. Die Anlage verfügt über 401 Megawatt an Rechenkapazität. Die ersten Systeme sollen in der zweiten Jahreshälfte 2027 in Betrieb gehen, Anfang 2028 soll der Standort vollständig laufen.
Zudem verkauft TeraWulf seinen Anteil von 50,1 Prozent am Abernathy-Projekt, einem KI-Rechenzentrum in Texas. Eine von Partner Fluidstack geführte Gruppe zahlt dafür rund 530 Millionen Dollar. TeraWulf erhält damit seine Investition von 450 Millionen Dollar mit Gewinn zurück und steckt das Geld in Rechenzentren, die sich vollständig im eigenen Besitz befinden.
TeraWulf ist längst nicht das einzige Unternehmen, das diesen Weg einschlägt. Für Bitcoin-Miner, also Unternehmen, die mit spezialisierten Computern neue Bitcoins erzeugen, ist das Geschäft zuletzt deutlich weniger attraktiv geworden.
Ausgangspunkt war das Halving im vergangenen Jahr. Dabei wurde die Vergütung für das Schürfen neuer Coins halbiert, wodurch die Margen deutlich unter Druck gerieten. Der fallende Bitcoin-Kurs verschärft die Lage zusätzlich, weil auch die verdienten Coins an Wert verlieren.
Gleichzeitig braucht die KI-Branche genau das, was viele Miner bereits besitzen: Standorte mit leistungsstarken Stromanschlüssen und enormer Rechenkapazität. Für die Miner wird die KI-Industrie damit zu einer attraktiven Einnahmequelle. Ein einzelner Mieter mit langfristigem Vertrag sorgt für stabile Erlöse, während das Mining volatil und schwer kalkulierbar bleibt.
Viele Unternehmen vollziehen deshalb denselben Kurswechsel. Im März summierte sich das Volumen der KI-Verträge bereits auf mehr als 70 Milliarden Dollar. Zudem verkauften die Miner zusammen mehr als 15.000 Bitcoins, um den kostspieligen Umbau zu finanzieren.
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