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OpenAI hat vertraulich einen Antrag für einen Börsengang in den USA eingereicht. Damit steuert das Unternehmen hinter ChatGPT, dem Chatbot, der künstliche Intelligenz (KI) einem breiten Publikum zugänglich machte, auf eines der spektakulärsten Börsendebüts der letzten Jahre zu.
Der Schritt folgt kurz nach dem gleichen Vorhaben des Erzrivalen Anthropic und kurz bevor Elon Musks SpaceX an die Börse geht.
OpenAI verkündete die Nachricht gestern selbst auf X. Das Unternehmen reichte ein vertrauliches S-1-Dokument ein, das offizielle Dokument, mit dem ein Unternehmen seine Finanzen bei der amerikanischen Securities and Exchange Commission (SEC), der Börsenaufsichtsbehörde, offenlegt, bevor es an die Börse geht.
„Wir erwarten, dass es durchsickert, also kündigen wir es einfach an“, schrieb OpenAI. Ein Börsengang (IPO) ist das erste Mal, dass ein Unternehmen Aktien an die breite Öffentlichkeit verkauft.
Ein konkretes Datum gibt es noch nicht. „Wir haben noch keine Entscheidung über den Zeitpunkt getroffen; es kann noch dauern, weil es Dinge gibt, die wir tun wollen, die wahrscheinlich einfacher sind, solange wir ein privates Unternehmen sind“, ließ das Unternehmen wissen.
OpenAI arbeitet mit Goldman Sachs und Morgan Stanley zusammen. Das Unternehmen wurde im März nach einer Finanzierungsrunde von 122 Milliarden Dollar auf 852 Milliarden Dollar bewertet.
OpenAI wurde vor über zehn Jahren gegründet und entwickelte sich von einem Forschungslabor zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt. Der Durchbruch kam Ende 2022 mit ChatGPT, dem Chatbot, der mittlerweile mehr als 900 Millionen wöchentliche Nutzer zählt. Ganz reibungslos verlief es nicht: 2023 geriet das Unternehmen kurzzeitig ins Wanken, als CEO Sam Altman vorübergehend entlassen wurde.
Das Timing passt in ein hartes Rennen. Anthropic, das Unternehmen hinter dem Chatbot Claude, reichte am 1. Juni als erstes einen vertraulichen Antrag ein. Kurz davor stieg die Bewertung auf 965 Milliarden Dollar und übertraf erstmals die von OpenAI.
Hinzu kommt SpaceX. Das Raumfahrtunternehmen von Musk zielt diese Woche auf eine Notierung mit einer Bewertung von etwa 1,75 Billionen Dollar. Gelingt dies, wäre es der größte Börsengang aller Zeiten.
Reuters berichtete zuvor, dass OpenAI selbst auf eine Bewertung von bis zu 1 Billion Dollar abzielt.
Bevor OpenAI an die Börse geht, will es zunächst sein größtes Manko beheben: fast eine Milliarde ChatGPT-Nutzer, doch die meisten zahlen nichts.
Laut der Financial Times arbeitet das Unternehmen deshalb an einer Superapp, intern „Aria“ genannt. Eine App für Programmierung, Automatisierung von Aufgaben und mehr, im Geiste des chinesischen WeChat.
„Chat ist tot“, sagte ein Mitarbeiter zur Zeitung. Die ersten Änderungen werden in den kommenden Wochen umgesetzt.
Alles scheint sich derzeit um künstliche Intelligenz zu drehen. Wer nicht mitzieht, verliert nach Ansicht des Kolumnisten den Anschluss.
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