Der Bitcoin-Kurs ist heute um etwa drei Prozent auf 69.000 Dollar gestiegen, nachdem Berichte über eine mögliche Waffenruhe zwischen den USA und Iran auftauchten. Damit erreicht Bitcoin den höchsten Stand seit über einer Woche.
Der Anstieg löste eine Kettenreaktion auf dem Markt aus. Shortpositionen im Wert von fast 200 Millionen Dollar wurden liquidiert, weil Händler, die auf einen weiteren Rückgang setzten, von der plötzlichen Erholung überrascht wurden.
45-tägige Waffenruhe im Gespräch
Der Anstieg wird vor allem durch Berichte darüber angetrieben, dass die USA, Iran und regionale Vermittler über eine mögliche 45-tägige Waffenruhe sprechen. Ein solcher temporärer Deal könnte die Grundlage für ein endgültiges Ende des inzwischen sechs Wochen andauernden Konflikts schaffen.
Auch Hinweise darauf, dass mehr Schiffe die Straße von Hormus passieren, sorgen für zusätzlichen Optimismus an den Märkten. Das geschieht trotz des harten Tons aus Washington. Trump drohte am Montag noch mit Angriffen auf iranische Energieanlagen, falls die Frist nicht eingehalten wird.
Nahezu 200 Millionen Dollar an Shorts ausgelöscht
Viele Trader hatten am Wochenende auf einen weiteren Rückgang des Kryptomarktes gesetzt. Als die Kurse am Montag stiegen, wurden diese Positionen automatisch liquidiert. Insgesamt gingen innerhalb von 24 Stunden Positionen im Wert von 273,8 Millionen Dollar bei mehr als 81.000 Tradern verloren.
Der Großteil, 196,7 Millionen Dollar, stammte aus Shortpositionen. Das sind Wetten auf einen fallenden Kurs. Lediglich 77,1 Millionen Dollar an Longpositionen waren betroffen. Dieses Verhältnis von fast drei zu eins zeigt, wie einseitig der Markt auf einen weiteren Rückgang gewettet hatte.
Den größten Verlust erlitt ein einzelner Trader auf Binance, der eine Ethereum-Shortposition von 10,17 Millionen Dollar verloren sah.
Bärisches Sentiment auf Tiefpunkt
Die Rally folgte auf Daten von Santiment, die zeigten, dass das Sentiment in den sozialen Medien am vergangenen Wochenende seit Beginn des Konflikts am negativsten war. Auf vier positive Nachrichten kamen fünf negative.
Wie so oft im Kryptobereich kehrte der Markt gerade dann, als der Pessimismus seinen Höhepunkt erreichte. Extreme Negativität erweist sich regelmäßig als Nährboden für eine deutliche Erholung.
Bitcoin bleibt in derselben Range
Trotz des jüngsten Anstiegs ist der Bitcoin-Kurs noch nicht ausgebrochen. Seit fünf Wochen bewegt sich der Preis innerhalb einer Bandbreite zwischen 65.000 und 73.000 Dollar. Sowohl Erholungen als auch Rückgänge bleiben innerhalb dieser Grenzen.
Über dem aktuellen Kurs liegen wichtige Widerstände bei etwa 71.500 und 81.200 Dollar. Die Frage ist, ob diese Erholung mehr Kraft hat als frühere Versuche.
Das hängt weitgehend von der Geopolitik ab. Sollte es tatsächlich zu einer 45-tägigen Waffenruhe kommen, könnte der Markt weiter zulegen. Bleibt es bei Gerüchten oder ändert sich die Nachrichtenlage schnell, ist es wahrscheinlich, dass Bitcoin weiterhin innerhalb der Range bleibt.
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