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Amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs haben ihre schwächste Woche seit Ende Juni hinter sich. Anleger zogen in der vergangenen Woche netto 389,7 Millionen Dollar aus den Fonds ab. Das ist eine deutliche Kehrtwende: Eine Woche zuvor waren noch 853,5 Millionen Dollar zugeflossen.
Die Abflüsse fallen in eine Phase, in der der Bitcoin-Kurs bei rund 63.000 Dollar festhängt und etwa 50 Prozent unter dem Rekordhoch vom Oktober notiert. Vor allem die Unsicherheit über die US-Zinsen und ausbleibende Fortschritte bei neuen Kryptogesetzen machen große Anleger vorsichtig.
Nach Daten von Newsbit flossen in der Woche ab dem 10. August netto 389,7 Millionen Dollar aus den dreizehn amerikanischen Spot-Bitcoin-ETFs ab. Damit verbuchten die Fonds ihre höchsten wöchentlichen Abflüsse seit rund sechs Wochen.
Der Stimmungswechsel ist auffällig. Eine Woche zuvor waren noch 853,5 Millionen Dollar in die Bitcoin-ETFs geflossen, der stärkste wöchentliche Zufluss seit April.
Diese kräftigen Zuflüsse folgten kurz nach einem Sicherheitsproblem bei Coldcard, einer Marke für Offline-Krypto-Wallets. Durch eine Schwachstelle konnten bestimmte private Schlüssel berechenbar werden. Betroffen war damit ausgerechnet ein Produkt, das Kryptowährungen sicher außerhalb des Internets verwahren soll.
Für einige Anleger wurden Bitcoin-ETFs dadurch vorübergehend attraktiver. Über solche börsengehandelten Fonds können sie am Bitcoin-Kurs partizipieren, ohne BTC selbst verwahren und absichern zu müssen.
Diese Erholung scheint vorerst nur von kurzer Dauer gewesen zu sein. „Die Nettoabflüsse aus den ETFs in der vergangenen Woche spiegeln die schwache Stimmung am Bitcoin-Markt wider“, sagt Esme Pau vom Blockchain-Sicherheitsunternehmen CertiK.
Nach Einschätzung von Pau waren die starken Zuflüsse nach dem Coldcard-Vorfall vermutlich ein vorübergehender Ausreißer. Institutionelle Anleger blieben vorsichtig, das breitere Marktumfeld tendiere sogar in Richtung Pessimismus.
Auch am Kryptomarkt selbst dominiert vorerst Ruhe. Der Bitcoin-Kurs bewegte sich in der vergangenen Woche in einer Spanne von nur etwa zwei Prozent und lag am Montag bei rund 63.400 Dollar. Damit notiert Bitcoin (BTC) weiterhin etwa 50 Prozent unter dem Rekordhoch vom Oktober vergangenen Jahres.
Vor allem die Unsicherheit über die US-Zinsen hält Anleger zurück. Die Aussicht, dass die Zinsen länger hoch bleiben oder sogar weiter steigen könnten, belastet risikoreiche Anlagen wie Bitcoin.
Auch aus Washington kommt bislang kein neuer Impuls. Anleger warten auf Fortschritte bei der Clarity Act, die klarere Regeln für den amerikanischen Kryptomarkt schaffen soll. Das Gesetzgebungsverfahren kommt jedoch nur schleppend voran.
Die abwartende Haltung zeigt sich auch am Optionsmarkt. Ein wichtiger Index für die erwartete Schwankungsbreite von Bitcoin lag am Montag bei rund 37. Das ist niedriger als der Durchschnitt dieses Jahres und weit entfernt vom Höchststand von 82,2 Anfang Februar.
Anleger rechnen damit vorerst offenbar kaum mit größeren Kursbewegungen. Das passt zum aktuellen Bild: wenig Bewegung beim Bitcoin-Kurs und institutionelle Akteure, die zurückhaltender werden.
Die Bewegungen bei Bitcoin-ETFs werden genau verfolgt, weil die Fonds inzwischen ein wichtiger Zugangskanal für traditionelle und institutionelle Anleger sind.
Eine einzelne Woche mit Abflüssen muss daher noch kein größeres Problem sein. Sollten Anleger jedoch über längere Zeit Geld aus den Fonds abziehen, könnte das die Nachfrage nach Bitcoin schwächen.
Das wird vor allem dann relevant, wenn auch andere große Käufer an der Seitenlinie bleiben. Nach den starken Zuflüssen Anfang August scheint der Markt vorerst wieder am Ausgangspunkt zu stehen: wenig Bewegung beim Bitcoin-Kurs und institutionelle Anleger, die vorsichtig bleiben.
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