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Die amerikanischen Bundesstaaten Delaware und New Jersey arbeiten an Gesetzen, die Krypto-Geldautomaten vollständig verbieten sollen. Diese Maßnahme ist eine Reaktion auf einen starken Anstieg von Betrugsfällen, bei denen Kriminelle ihre Opfer um Hunderte Millionen Dollar gebracht haben.
Mit den neuen Vorschlägen schließen sich beide Staaten einer wachsenden Gruppe von US-Behörden an, die strengere Vorschriften für Krypto-Geldautomaten einführen möchten. Die Gesetzgeber argumentieren, dass die Automaten ein wichtiges Mittel für Betrüger darstellen und kaum Vorteile für normale Nutzer von Kryptowährungen bieten.
Der Wirtschaftsausschuss des Repräsentantenhauses von Delaware hat dem Gesetzentwurf 441 zugestimmt. Dieser ermöglicht ein vollständiges Verbot von Krypto-Geldautomaten. Der Vorschlag geht nun zur Abstimmung ins Plenum des Staatsparlaments.
Auch in New Jersey fand eine ähnliche Gesetzgebung breite Unterstützung. So stimmte der Handelsausschuss des Senats einstimmig für einen Gesetzentwurf, der den Besitz, die Installation, den Verkauf und den Betrieb von Krypto-Geldautomaten verbietet. Die Gesetzgeber halten das Verbot angesichts des starken Anstiegs von Betrugsfällen, bei denen die Automaten zur Überweisung von Geld an Kriminelle genutzt werden, für notwendig.
Die Bedenken werden durch aktuelle Zahlen des FBI gestützt. So erhielt die Behörde im Jahr 2025 fast 13.500 Betrugsmeldungen im Zusammenhang mit Krypto-Geldautomaten. Der Gesamtschaden belief sich auf mehr als 388 Millionen Dollar, was einem Anstieg von 58 Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht. Auch die Anzahl der Meldungen stieg im Jahresvergleich deutlich um 23 Prozent.
Besonders ältere Menschen sind ein bevorzugtes Ziel für Betrüger. Mehr als die Hälfte aller Beschwerden kam von Personen über fünfzig Jahren, die zusammen über 302 Millionen Dollar verloren.
Bei dieser Art von Betrug werden potenzielle Opfer häufig telefonisch, per E-Mail oder über soziale Medien kontaktiert. Anschließend werden sie unter Druck gesetzt, Geld über einen Krypto-Geldautomaten auf eine von Kriminellen verwaltete Wallet zu überweisen.
Cyndie Romer, die das Gesetz in Delaware eingebracht hat, erklärt, dass Krypto-Geldautomaten vor allem schutzbedürftige Verbraucher treffen. Ihrer Meinung nach nutzen reguläre Krypto-Investoren die Automaten kaum, da die Kosten zu hoch sind.
Während Online-Kryptobörsen in der Regel Gebühren von 0,4 bis 1 Prozent erheben, können die Kosten bei Krypto-Geldautomaten bis zu 20 Prozent des Transaktionsbetrags betragen. Romer argumentiert, dass die Branche wenig Mehrwert bietet und vor allem Betrügern Raum gibt.
Die vorgeschlagene Gesetzgebung sieht harte Sanktionen für Unternehmen vor, die weiterhin Krypto-Geldautomaten anbieten. In Delaware müssen bestehende Automaten innerhalb von neunzig Tagen nach Inkrafttreten des Gesetzes entfernt werden. Verstöße können mit Strafen von bis zu 10.000 Dollar pro Vergehen geahndet werden. Darüber hinaus können die Betreiber dazu verpflichtet werden, den Opfern den vollen Betrag zurückzuerstatten.
In New Jersey beträgt die maximale Strafe für einen ersten Verstoß ebenfalls 10.000 Dollar. Bei wiederholten Verstößen kann der Betrag auf bis zu 20.000 Dollar steigen.
Delaware und New Jersey sind nicht die ersten, die Maßnahmen gegen Krypto-Geldautomaten ergreifen. Indiana führte im März als erster US-Bundesstaat ein vollständiges Verbot ein. Im April folgte Tennessee und im Mai verabschiedete Minnesota ähnliche Gesetze.
Auch verschiedene US-Städte prüfen Möglichkeiten, Krypto-Geldautomaten zu verbannen. Andere Staaten, darunter Arizona und Kalifornien, wählen einen weniger drastischen Ansatz und setzen Transaktionsgrenzen für die Automaten.
Die strengeren Vorschriften haben bereits Auswirkungen auf die Branche: Bitcoin Depot, einst der weltweit größte Betreiber von Krypto-Geldautomaten mit über 9.000 Automaten, meldete letzten Monat Insolvenz an. So meldete Bitcoin Depot, einst der weltweit größte Betreiber von Krypto-Geldautomaten mit über 9.000 Automaten, letzten Monat Insolvenz an. Das Unternehmen führte den zunehmenden Regulierungsdruck als wichtigen Faktor für diese Entscheidung an.
Die Betreiber betonen jedoch, dass sie nicht für Betrug verantwortlich sind, der über ihre Geräte stattfindet. Viele Anbieter haben Warnhinweise auf ihren Bildschirmen angebracht und freiwillige Transaktionsgrenzen eingeführt, um Missbrauch vorzubeugen. Bitcoin Depot hatte zuvor erklärt, dass das Unternehmen nicht für kriminelle Aktivitäten Dritter haftbar gemacht werden könne, und auf die eingeführten Sicherheitsmaßnahmen zum besseren Schutz der Nutzer verwiesen.
Da sich immer mehr Staaten für ein Verbot oder eine strengere Regulierung entscheiden, scheint die Zukunft von Krypto-Geldautomaten in den USA gefährdet.
Während die Automaten einst als einfacher Zugang zum Kryptomarkt präsentiert wurden, betrachten immer mehr Politiker sie als Quelle für Verbraucherrisiken und Finanzbetrug. In den kommenden Monaten wird sich zeigen, ob weitere US-Staaten dem Beispiel von Delaware, New Jersey und anderen Vorreitern folgen werden.
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